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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor (II.) hat (Kardinaldiakon Friedrich von Lothringen, den späteren Papst) Stephan (IX.) als Kanzler.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ann. Rom. (Duchesne II 334). Reg.: – . Lit.: Steindorff, Heinrich II 294, 312; Kehr, Scrinium 85ff. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 145ff.); Guggenberger, Deutsche Päpste 79; Kehr, Vier Kapitel 58f. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1252f.); Bulst-Thiele, Agnes 65; Goez, Gebhard I. als Papst Viktor II. 18; Pflugk-Harttung, Bullen 109f.; Blumenthal, Gregor VII. 74; Cowdrey, Gregory VII 31; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 17, 19.

Kommentar

Obwohl Friedrich von Lothringen keine Urkunde Viktors II. datiert hat (außer der Fälschung für Hamburg n. †1231), behaupten die Ann. Rom., er sei Kanzler dieses Papstes gewesen (Stephanus ... fuit canc. ... Victori [!]). Dies trifft zwar nominell zu, da Kanzler Friedrich von Leo IX. als Leiter der Legation nach Konstantinopel geschickt worden war (n. 1133). Er hatte dieses Amt demnach beim Amtsantritt Viktors II. inne. Noch im Frühsommer 1055 verlangte aber Heinrich III. vom Papst die Auslieferung des Kanzlers (n. 1213), der daraufhin nach Montecassino und Tremiti fliehen musste und das Amt nicht mehr ausgeübt haben kann. Die Urkunden Viktors II. sind datiert vom Kardinal-Subdiakon Hildebrand und dem Skriniar Aribo (bzw. auf deren Namen). Nach Kehrs Ansicht war Friedrich Kanzler Viktors II. bis zu seiner Flucht nach Montecassino, das Amt danach nicht mehr besetzt. Dagegen sind Pflugk-Harttung und Cowdrey der Ansicht, der Kardinalsubdiakon Hildebrand und der Diakon Aribo hätten das Amt anschließend verwaltet.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1212, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1055-04-00_3_0_3_5_2_884_1212
(Abgerufen am 28.07.2017).