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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor (II.) nimmt die Domkanoniker von S. Maria in Pisa (canonicis s. Dei genitricis et perpetuae virginis Mariae ... Pisanensis eccl.) wunschgemäß unter den Schutz des apostolischen Stuhles (sub nostram defensionem), bestätigt ihnen das Zehntrecht und sämtliche Besitzungen des Domstifts und erlässt ein Perturbationsverbot.

Incipit:
Iustis et rationabilibus petitionibus benivolus ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: ca. 42 x 55 cm, Pisa, Arch. cap., Pergam. n. 119. Kop.: 1) 17. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Barb. lat. 3222 fol. 606; 2) 17. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Barb. lat. 3222 fol. 610; 3) 1717, Pisa, Bibl. cap., Cod. 1-3, II p. 37 (nicht auffindbar; zitiert nach IP); 4) 16. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. vat. lat. 12117 fol. 37 (fragm.). Faks.: Pflugk-Harttung, Specimina I Tafel 26 (fragm.); Krafft, Bene Valete 252 (fragm.). Drucke: Ughelli, Italia sacra III 409;2III 359; Cocquelines, Bull. Rom. I 394; Tomassetti, Bull. Rom. I 640; Migne, PL 143, 812; Falaschi/Violante, Carte dell'archivio capitolare di Pisa II 31. Reg.: Tronci, Memorie istoriche della citta di Pisa 20; Georgisch, Regesta I 386 n. 15 (1055); Höfler, Deutsche Päpste II 380 (1055); J 3296; Pflugk-Harttung, Päpstliche Originalurkunden 499 n. 62; IP III 334 n. 15; Santifaller, Elenco 379 (als JL 4359A); Santifaller, LD 128 (als JL 4359A); JL 4341. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 241, 261; Will, Restauration II 66; Pflugk-Harttung, Komma 437; Pflugk-Harttung, Bullen 103; Kehr, Scrinium 86f. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 146f.); Santifaller, Elenco 165f.; Jakobs, Fuldaer PUU 42f., 79; Dahlhaus, Pfalz und Stift Goslar 420f.; May, Ego 45; Morelle, Chartrier 252; Falkenstein, Weitere Fälschungen 105.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Pflugk-Harttung, Iter Italicum 74 und IP. Die vom späteren Kanzler Aribo (zu diesem Schreiber vgl. Bischoff, Urkundenformate 57; Jakobs, Fuldaer Papsturkunden 42) geschriebene Urkunde ist in der ersten Zeile in vergrößerter Zierschrift geschrieben, ansonsten in fränkischer Minuskel. Am Ende stehen Rota, Benevalete und Komma, doch fehlt das weitere Eschatokoll, insbesondere die Datierung. Allerdings behaupten Ughelli und nach ihm Migne in PL, die anhängende, inzwischen verlorene Bleibulle (in plumbo haec circum circa verba sunt exsculpata) habe die Umschrift Victoris s. Romanae et universalis papae. Jesus Christus. Petrus. Paulus aufgewiesen und auch eine Datierung sei den Schlusszeichen gefolgt: Anno MLV, Pont. 1. Diese Jahresangabe würde mit den Dorsualnotizen übereinstimmen, welche zweimal diese Jahreszahl nennen, wie mit der Eintragung im Kapitelsregister (Reg. 1). Diese Fakten rechtfertigen trotz der unterschiedlichen (von Falaschi/ Violante 31 diskutierten) Datierungsansätze obige Datierung. Nachurkunde des unter teilweiser Verwendung des LD stilisierten Privilegs ist die Urkunde Alexanders II. (1065 Febr. 7) (JL 4562; IP III 335 n. 19) (Kehr, Nachträge zu den PUU Italiens II 226; ND Ders., PUU in Italien V 64). Inhaltlich handelt es sich um eine pauschale Besitz und Schutzbestätigung. An der Echtheit besteht kein Zweifel. Dagegen handelt es sich bei einer anderen Urkunde Viktors II. für Pisa, an die Vorsteher der Stadt gerichtet, um eine offensichtliche neuzeitliche Fälschung. Die nur aus der Schrift des Ottavio Angelo D'Abramo (1730, Pisa, Bibl. cap., Cod. 52. Reg.: Kehr, Pisaner Fälschungen 330 n. 56 [ND Ders., Ausgewählte Schriften 253 n. 56]; IP III 358 n. †19) bekannte Urkunde ist, wie Kehr, Pisaner Fälschungen passim ausführlich darlegt, eine freie Erfindung des im 18. Jahrhundert wirkenden Pisaner Kanonikers. D'Abramo fälschte nicht nur die Urkunden Leos IX. (n. †724) und Viktors II., sondern Papstbriefe von Gelasius I. bis Benedikt XIII. (1725 !) sowie zahlreicher weltlicher Herrscher, um damit den Ruhm seiner Heimatstadt zu fördern.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1175, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1055-00-00_7_0_3_5_2_847_1175
(Abgerufen am 24.05.2017).