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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Bischof (Opizo) von Pisa beschwert sich bei Papst Viktor II. über den Verlust von Teilen seiner Diözese an die Bistümer Lucca, Florenz und Volterra.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Notitia des Bischofs Ubertus von Pisa (1132-1137) (Wilhelm Kurze, Un "falso documento" autentico del vescovo Uberto di Pisa. Contributo al problema dei falsi [BISI 98/1992, 1-81] 70). Reg.: – . Lit.: Schneider, Reichsverwaltung in der Toscana I 72, 77; Cinzio Violante, Cronotassi dei vescovi e degli arcivescovi di Pisa dalle origini all'inizio del secolo XIII. Primo contributo a una nuova "Italia sacra" (Miscellanea Gilles G. Meersseman I [Italia sacra 15, Padua 1970] 3-56) 23; Kurze, "Falso documento" autentico 6f., 15, 33 und passim.

Kommentar

Bischof Ubertus von Pisa erklärt, nach der Zerstörung der Stadt durch die Sarazenen (unter Muğāhid) 1005 und dem Tod des damals amtierenden Bischofs Guido von Pisa 1015 sei die Pisaner Cathedra ca. 20 Jahre nicht besetzt gewesen; in dieser Zeit hätten die Nachbarbischöfe ihre Diözesen auf Kosten des Bistums Pisa erheblich ausgedehnt. Eine lange Liste von Orten und detaillierte Grenzbeschreibungen sind enthalten. Nach der Restituierung des Pisaner Episkopates seit den 30er Jahren des 11. Jahrhunderts hätten die Bischöfe der Stadt und deren Konsuln immer wieder an die imperialen Autoritäten und die Päpste appelliert, die alten Zustände wieder herzustellen: querimonia facta est supremis pontificibus Victori, Nicolao, Alexandro, Gregorio ... Nachdem das Dokument aufgrund interner sachlicher Fehler lange Zeit als Fälschung betrachtet wurde, hat Kurze wahrscheinlich gemacht, dass die Urkunde von Bischof Ubertus verfasst wurde und formal als echtes Dokument anzusehen ist. Es handelt sich dabei um einen Versuch, den Umfang der Diözese den gewachsenen politischen Ansprüchen der Stadt anzupassen. Der Verfasser bezog sich dabei auf alte Dokumente, Heiligenviten und mündliche Traditionen und wies den Bezug der darin genannten Orte zur Pisaner Kirche dem für ihn obskuren 10./11. Jahrhundert zu. Ob der erwähnte Apell an Viktor II. tatsächlich oder fiktiv ist, lässt sich nicht entscheiden, doch kann die Faktizität aufgrund anderer Kontakte des Papstes zu dieser Ortskirche (vgl. n. 1175) nicht ausgeschlossen werden.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1174, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1055-00-00_6_0_3_5_2_846_1174
(Abgerufen am 20.09.2017).