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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Viktor (II.) bestätigt wunschgemäß unterschriftlich einen Brief der adligen Godiva (Godiva, uxor Leurici, Anglici consulis) an den Papst, in welchem sie um Bestätigung ihrer Schenkung von Gütern in Newark (on-Trent), Fledborough, Brampton und Marton (Newchercha ... Flatburch ... Branthon ... Martineuuelle) an die (dem Kloster Eynsham gehörende) Zelle St Mary's Stow (D. Dorchester) (b. Dei genitrici Mariae ... Stou) bittet, und bedroht Zuwiderhandelnde mit dem Anathem.

Incipit:
Clarissimo ac reverentissimo Victori apostolico ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1) ca. 1197, Oxford, Christ Church, Archive D&C vi.a.2 fol. 10v. Drucke: Monasticon Anglicanum (Dugdale I 263);2III 14; Adam Stark, The History and Antiquities of Gainsburgh (London 1817) 350; Kemble, Codex dipl. aevi saxonici IV 168; Herbert Edward Salter, Eynsham Cartulary (Oxford 1907) I 31; Holtzmann, PUU in England III 127. Reg.: Cyril Roy Hart, The Early Charters of Eastern England (Leicester 1966) 103 n. 156; Peter Hayes Sawyer, Anglo-Saxon Charters. An Annotated List and Bibliography (London 1968) 360 n. 1233C. Lit.: Tryggvi J. Oleson, The Witenagemot in the Reign of Edward the Confessor (Oxford 1955) 155; Eric Gordon, Eynsham Abbey 1005-1228. A Small Window into a Large Room (Chichester 1990) 42ff., 61ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Holtzmann, PUU in England III 36, 127; Viktor II. entspricht dem Wunsch der Verfasserin des Briefes, indem er diesen durch eine Anfügung bestätigt, mit seinem Siegel versieht und eine Sanctio negativa anfügt: Apostolicum signum. Hoc autem donum omni conamine annuo, et Romana auctoritate confirmo, et cartulam signatam meo sigillo transmitto. Si quis vero ... eternaliter ... combustione trudatur. Schon diese Formulierungen weisen die Urkunde als Fälschung aus, insbesondere die Wendungen Romana auctoritate confirmo und meo sigillo. Allerdings ist die Schenkung der vier Orte vermutlich historisch, jedenfalls durch eine Urkunde Wilhelms (I.) (Salter, Eynsham Cartulary 48) gedeckt, doch weist auch die Unterschriftenliste des Briefs an Viktor II. Unstimmigkeiten auf; die Schenkung ist bestätigt von König Edward, Erzbischof Ealdred von Canterbury, der jedoch erst 1060 in sein Amt als Erzbischof, und zwar nicht in Canterbury sondern in York, kam, von Bischof Wulfwig (von Dorchester) (vgl. nn. 622.3, 803.6, 827), Herzog Leofric (von Mercia), den Grafen Harald (von Wessex) und Tostig sowie von Herzog Siward (von Northumberland) (ego Ædwardus rex Anglorum ... Aldredus ... electus ad archiepiscopalem sedem Doroberensis eccl. ... Wlfwi episcopus ... Leofric dux ... Heraldus comes ... Tosti comes ... Sigward dux). Die Schenkerin und angebliche Verfasserin des Briefes an Viktor II. ist Godiva uxor Leurici, die Gattin Herzog Leofrics von Mercia. Laut Holtzmann handelt es sich um "keine sehr bösartige Fälschung".

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1202, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1055-00-00_34_0_3_5_2_874_1202
(Abgerufen am 19.10.2017).