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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. hat eine Vision über Hildebrand und warnt vor einem Papat dieses Kurialen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Anon. Haserensis, Gesta ep. Eistetensium 37 (Weinfurter 64f.). Reg.: . Lit.: Tellenbach, Libertas 222f.; Schlochtermeyer, Bistumschroniken 45; Weinfurter, Sancta Aureatensis ecclesia 128, 131; Orth, Papstgeschichte im 11. Jahrhundert 262; Chazan, Léon IX dans l'historiographie 594f.; Weinfurter, Canossa 101; Weinfurter, Heinrich IV. und die Bischöfe 405; Weinfurter, Eichstätt 90f.

Kommentar

Der Anon. Haserensis berichtet, Leo IX. habe am Ende seines Pontifikats geträumt de Hilteprando, tunc temporis Romane eccl. archisubdiac., scilicet cappam eius ardere et flammas ex se usquequaque spargere und dieses Flammengesicht so gedeutet: si unquam ... sedem apostolicam ascenderis, totum mundum perturbaris. Aus der Formulierung ist zu schließen, dass die Quelle davon ausgeht, der Papst habe die Warnung gegenüber Hildebrand selbst ausgesprochen, der in seltsamer Verquickung seiner auf einander folgenden Ämter als Archisubdiakon bezeichnet wird. Die brennende cappa Hildebrands im Traum Leos IX. ist beeinflusst von der deutschsprachigen ethymologischen Umdeutung des Namens "Hildebrand" in "Höllenbrand" (Gesta ep. Halberstadensium, Ludwig Weiland, MG SS XXIII 98: apud Theutonicos ex nominis sui ethimologia Hildebrandus quasi ticio infernalis est vocatus). Dadurch entlarvt sich die angebliche Vision als in der Zeit des Investiturstreits entstanden.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1151, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1054-04-17_3_0_3_5_2_823_1151
(Abgerufen am 30.05.2017).