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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt dem Kloster Northeim in der Diözese Mainz (filiis, abbati monasterii Northeimensis ... Moguntinensis diocesis) wunschgemäß den römischen Schutz (sub b. Petri et nostra protectione suscipimus), die Benediktsregel (ordo monasticus ... secundum ... b. Benedicti regulam ... conservetur) und den gesamten Besitz mit sämtlichem Zubehör, namentlich den Platz des Klosters und die Kirche in Northeim (quascunque possessiones ... illibata permaneant ... locum ipsum, in quo praefatum monasterium situm est, ... eccl. in Northeim), die Zehntfreiheit für Neubrüche und Tierfutter (novalium vestrorum ... sive de vestrorum animalium nutrimentis nullus a vobis decimas exigere ... praesumat), das Recht, Kleriker und Laien in das Kloster aufzunehmen (liceat ... clericos vel laicos liberos ... ad conversionem recipere), verbietet den unerlaubten Übertritt seiner Professen in ein anderes Kloster, es sei denn in ein strengeres (prohibemus ..., ut nulli fratrum vestrorum post ... professionem fas sit sine ... licentia, nisi arcioris religionis obtentu, de eodem loco discedere), erlaubt im Fall eines Interdikts die Feier der Messe bei geschlossenen Türen unter Ausschluss von Exkommunizierten (quum ... interdictum ... fuerit, liceat vobis clausis ianuis excommunicatis ... exclusis ... divina officia celebrare), ordnet den Empfang von Weihen durch den Diözesanbischof an, sofern dieser katholisch ist und in Gemeinschaft mit dem römischen Stuhl steht, verbietet im Bereich des Klosters den Bau von Kapellen ohne Erlaubnis des Bischofs und der Brüder sowie die Erhebung von neuen und ungeschuldeten Abgaben (novas et indebitas exactiones ... fieri prohibemus), räumt das Bestattungsrecht ein (sepulturam quoque loci ipsius liberam esse decernimus), erlaubt den Erwerb der in Laienhand befindlichen Zehnten ihrer Kirchen, ordnet die kanonische Wahl des Abts durch die Brüder gemäß der Benediktsregel an, verbietet Raub, Brandstiftung, und Blutvergießen in den klösterlichen Besitzungen (prohibemus, ut infra clausuras locorum ... vestrorum nullus rapinam ... facere, ignem apponere, sanguinem fundere), konfirmiert generell alle von Herzog Otto (von Northeim) und anderen verliehenen Freiheiten (praeterea omnes liberalitates et immunitates monasterio vestro, ... a duce Ottone ... vobis indultas, auctoritate apostolica confirmamus) und erlässt ein Perturbationsverbot.

Originaldatierung:
Dat. Romae pm. M. Hermanni subdiac. notarii et canc. VII kal. Febr., ind. VI, incarn. D. a. MLXIX, pont. vero d. Leonis papae IX a. V.
Incipit:
Religiosam vitam eligentibus apostolicum convenit ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: . Kop.: 1) 17. Jh., Wolfenbüttel, StArch., VII C Hs. 39 fol. 303 (p. 394); 2) 17. Jh., Wolfenbüttel, StArch., VII C Hs. 38 p. 215; 3) 1698, Hannover, LBibl., Ms. XXIII 782 p. 27; 4) 18. Jh., Göttingen, Staats und UniBibl., Ms. Hist. 321 fol. 17v; 5) 19. Jh., Hannover, LBibl., Ms. XXIII 782a p. 3. Drucke:– . Reg.: Brackmann, PUU des Nordens (NGG 1904) 121 n. †2 (ND Ders., PUU in Deutschland 89); Wenke, Urkundenfälschungen 80 n. 1; Wenke, Urkundenfälschungen (ZS der Gesellschaft für niedersächsische KG 17/1912, 10-98) 84 n. 1; Santifaller, Elenco 376; GP IV 333 n. †1; GP VII 56 n. 144; JL – . Lit.: Wenke, Urkundenfälschungen 30ff.; Wenke, Urkundenfälschungen (ZS der Gesellschaft für niedersächsische KG 17/1912) 37ff.; Santifaller, Elenco 148f.; Brenneke, Klosterfonds I 1, 77.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Brackmann, PUU des Nordens (NGG 1904) 104, 106, 111, 121 (ND Ders., PUU in Deutschland 72, 74, 79, 89) und GP. Abweichend von allen anderen Urkunden Leos IX. wird dieser in der Intitulatio als Leo nonus bezeichnet (nur in Kopie 1). Die Datierung weicht von Urkunden Leos IX. völlig ab, ein Notar/Kanzler Hermann ist in seinem Pontifikat ansonsten unbekannt. Das – allerdings nur in der Kopie 1) – enthaltene Inkarnationsjahr 1069 lässt sich mit den Amtszeiten des Papstes nicht vereinbaren. Es handelt sich bei dieser Fälschung um eine fast wörtliche Wiederholung eines Privilegs Innozenz' IV. (1246 April 16) (Potthast –; Wenke, Urkundenfälschungen 88 n. 52) (Druck: –). Die Fälschung gibt sich v. a. auch an der Benennung Ottos von Northeim als Herzog (erst seit 1057) zu erkennen, wie auch aus dem für Urkunden Leos IX. befremdlichen, erst im Lauf des 12./13. Jahrhunderts entwickelten Formular des Privilegs.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1134, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1054-01-26_1_0_3_5_2_806_1134
(Abgerufen am 21.01.2017).