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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) schickt seinen Gesandten Hildebrand zur Beilegung des Streites zwischen Äbtissin (Beatrix) und den Kanonissen nach Gandersheim (D. Hildesheim).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Supplik an Paschal II. (Goetting, Gandersheimer Originalsupplik 120-122, 121). Reg.: Caspar Ehlers, Gandersheim (Deutsche Königspfalzen IV/3) 302: V. 2. n. 10 (1057 Dez. 26 ?); GP V/2 127 n. *19 und 489 *17. Lit.: Bulst-Thiele, Agnes 56; Goetting, Gandersheimer Originalsupplik 102ff.; Goetting, Gandersheim und Rom 45f.; Goetting, Bistum Hildesheim 1: Gandersheim 94f.; Schmidt, Hildebrand, Kaiserin Agnes und Gandersheim 300ff.; Goetting, Gefälschte Gründungsurkunden Gandersheims 348ff.; Weinfurter, Herrschaft und Reich 100; Boshof, Salier 168f.;4166f.; Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes 221ff., 226ff.; Fürstenberg, "Ordinaria loci" 247; Cowdrey, Gregory VII 36; Wiech, Amt des Abtes 361f., 368; Blumenthal, Gregor VII. 83.

Kommentar

Als Antwort auf die Gesandtschaft der Kaiserin Agnes in der Gandersheimer Angelegenheit (n. 1031) schickte Leo IX. nach der Darstellung der Quelle ... legatum suum ad nos ... Hillebrandum monachum, qui postea effectus est apostolicus. ... Statim venit et abatissa ante regem et ante imperatricem Agnam matrem ipsius regis et ante principes terre percipiens ibi querimoniam tocius congregacionis. Allerdings wirft diese Aussage ein Problem auf: da der Legat die Sache mit König (Heinrich IV.) und dessen Mutter, Kaiserin Agnes, verhandelte, kann die Legation erst nach dem Tod Heinrichs III. (n. 1267) und daher nicht zu Lebzeiten Leos IX. stattgefunden haben. Die Annahme Goettings, der römische Subdiakon Hildebrand sei 1054 zu Verhandlungen wegen Gandersheim im Rahmen seiner Legation nach Frankreich gekommen, kann nicht korrekt sein, weil zum einen damals Heinrich III. noch lebte, zum andern erwiesen ist, dass Hildebrand noch in Tours vom Tod des Papstes erfuhr (vgl. n. 1136) und seine Legation damit beendet war. Leo IX. entfällt damit – jedenfalls unter den in der Supplik dargestellten Umständen – als der Papst, der Hildebrand nach Gandersheim schickte. Es bleibt die Möglichkeit einer ansonsten unbekannten Legation dieses Legaten unter Viktor II. sowie diejenige, dass die Gandersheimer Frage während der Legation vom Dezember 1057 (n. 1352) gelöst wurde; in letzterem Fall aber hat Stephan IX. den Legaten abgesandt und die Gandersheimer Problematik stand dann keinesfalls im Kern des Interesses, sondern war allenfalls eine Marginalie. Der Name Stephans IX. allerdings taucht in der Quelle auch nicht auf; in tendenziöser Absicht hat sie Vorgänge, welche länger als ein Jahrzehnt dauerten, in den Pontifikat Leos IX. gelegt und nur diesen als beteiligten Papst genannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1130, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1054-00-00_2_0_3_5_2_802_1130
(Abgerufen am 28.03.2017).