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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt dem Kloster Brondolo unter Abt Albert (monasterio s. Trinitatis stique Michahelis archangeli in partibus Venetie, loco ... Brundolus ... atque per id Alteberto abbati) (D. Malamocco) dessen gesamten Besitz, insbesondere die Schenkung der curtis Banioli durch den Markgrafen Almerich (monasterium cum omnibus bonis suis corroboramus et firmamus ... curtem Banioli ... que sibi marchio Almericus legaliter contulit) und weitere genannte Güter in Venetien sowie der Grafschaft Senigallia (in partibus Venetie et que habet in comitatu Senogalliensi), verbietet insbesondere dem Bischof von Malamocco, etwas über das gemäß der Benediktsregel ihm Zustehende hinaus vom Kloster zu verlangen, sondern befiehlt diesem, Weihen von Altären und Mönchen, Chrisam und Öl für das Kloster kostenlos zu erteilen (neque episcopus Metamaucensis ... amplius exigat ... quam quod ipsa exigit rectitudo ... ac regule s. Benedicti non contradicens consuetudo ... potius gratis impenat quod suum est ... scilicet consecrationes ... ordinationes ... crisma et oleum) und erlässt ein Perturbationsverbot.

Originaldatierung:
Dat. IV id. Marcii pm. Friderici diac. SAS bibl. et canc. vice d. Herimanni archicanc. et Coloniensis archiepiscopi a. d. Leonis IX papae V, ind. VI.
Incipit:
Sancte Trinitatis fidem indubitanter confessi ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: ca. 33 x 63 cm, Wien, HHStArch., Allg. Urkundenreihe 1053 März 15. Kop.: 1) 16. Jh., Nürnberg, GNM, Archiv, GK Brondolo Abschr. Pap. 1053 März 15 fol. 11v. Faks.: Ottenthal, Brondolo (MIÖG 36/1915) 2 Tafeln (fragm.); Krafft, Bene Valete 252 (fragm.); Marburg, LBA. Drucke: Ottenthal, Brondolo 288; Lanfranchi-Strina, Brondolo II 52. Reg.: IP VII/2 121 n. 3; Santifaller, Elenco 373; Santifaller, Geschichte der Beschreibstoffe 92 n. 62; Capitani, Imperatori e monasteri 485; Santifaller, LD 126 (dort: JL 4290A); GP VII 56 n. 144; Dahlhaus, Rota 70 n. 35. Lit.: Ottenthal, Brondolo, passim; Bloch, Klosterpolitik 238f.; Santifaller, Elenco 148f., 158; Cessi, Venezia ducale II/1 41; Bianchi, Patriarca Domenico Marango 31; Santifaller, Neugestaltung 35; Dahlhaus, Rota 19f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP VII/2 121 und Lanfranchi-Strina, Brondolo II 52. Die ohne Bulle überlieferte Urkunde ist in Minuskel, die erste Zeile in vergrößerter Zierschrift geschrieben, die Datierung eigenhändig vom Kanzler Friedrich. Das Privileg ist Nachurkunde zu n. 258 Benedikts IX. Über jene hinaus bietet diese eine Besitzbestätigung, welche Güter in verschiedenen Orten umfasst (curtem Banioli ... in castello quod positum est in Monte Guttulo ... in Sacco, quicquid etiam in Turre de Sile et Burdiliaco ... in Cluia Maiore et Minore). Die Stellung des Bischofs von Malamocco gegenüber dem Kloster muss seit der Vorurkunde noch gewachsen sein, denn während Benedikt IX. den Bischof von Padua als zuständigen Konsekrator für das Kloster bezeichnet, weist Leo IX. diese Funktion dem Ordinarius von Malamocco zu. Statt des Papstschutzes der Vorurkunde ist hier ein allgemeines Perturbationsverbot ausgesprochen. Da der Papst am 13. März in Ravenna nachgewiesen ist (n. 1045) und die Entfernung dieses Ortes von Brondolo ca. 100 km beträgt, ist auszuschließen, dass die Ausstellung am 12. März im Kloster selbst erfolgt, vielmehr ist diese in Ravenna oder dessen Umgebung anzunehmen. An der Echtheit besteht kein Zweifel.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1043, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1053-03-12_1_0_3_5_2_715_1043
(Abgerufen am 18.10.2017).