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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht zusammen mit 52 Bischöfen die Kirche S. Andrea in Mantua, birgt dort die hl. Blutreliquie und verleiht einen Ablass.

Überlieferung/Literatur

Erw.: De inventione (MG SS XV/2 922; Kruse 106); De Translatione (MG SS XV/2 922; Kruse 106); Inclytus martyr (Kruse 113); Annotatio de Inventione (Kruse 118); Gerhard von Köln, Tractatus de sanguine Domini (Berg 473); Buonamente Aliprandi, Cronaca di Mantova v. 4423ff. (Begani, SS rer. Ital. XXIV/13 77). Reg.: IP VII/1 314 n. †*3; Falce, Bonifacio di Canossa II 118 n. 58; Munier, Léon IX 282; Iogna-Prat, Léon pape consécrateur 381 (1053). Lit.: Donesmondi, Istoria ecclesiastica Mantovana I 203; Amadei, Difesa 28, 75; Höfler, Deutsche Päpste II 159; Brucker, L'Alsace II 275; Martin, Saint Léon 163; Barth, Kult Leos IX. 155; Brakel, Heiligenkulte 272f.; Morris, Sepulchre of Christ 147f.; Poull, Maison de Bar 38; Kruse, Historische Heilig-Blut-Schriften 82, 89; Lukas Weichenrieder, Das Heilige Blut von Mantua (900 Jahre Heilig-Blut-Verehrung in Weingarten 1094-1994 I [Sigmaringen 1994] 331-336) 336; Piva, Canusiner Kirchenbauten 134f.

Kommentar

In der Inventio ist die Kirchweihe durch den Papst ebenso erwähnt wie in der Translatio; in der zweiten wird erzählt, nach der Auffindung der Blutreliquie (vgl. nn. †494, †495, †496, †497) in urbe Mantua ... presentibus pie memorie Leone papa IX. cum imp. ... sei die Kirche gebaut worden und ab eodem papa consecratur. An der zweiten Stelle ist ausgeführt, dass der Papst auf Bitten von König Heinrich und des "Lombardenherzogs" Bonifaz consecravit ipsam eccl. et quinquaginta duo episcopi cum eo, et locaverunt s. sanguinem Christi in cripta sub altare s. Andreae. Von einem Ablass anlässlich der Weihe berichtet die Annotatio de inventione: papa Leo ... ordinaverunt et statuerunt, ut omni anno in die Ascensionis D. omnibus venientibus ad hanc eccl. ... talis remissio peccatorum fieret; es folgen präzise Angaben, wieviel Sündenerlass Besucher, gestaffelt nach der Dauer ihrer Strafe erwarten können. Außerdem umfasst der Ablass einen Schutz für alle, die acht Tage vor und nach Christi Himmelfahrt zu dem Heiligtum kommen. Ist die Korrektheit des Ablasses in dieser Form abzulehnen, so wäre es durchaus möglich, dass der Papst die Kirche bei seinem Mantuaner Aufenthalt (n. 1035) eingeweiht hat. Allerdings spricht dagegen der Zusammenhang mit dem als falsch abzulehnenden Bericht über die Auffindung des hl. Blutes (nn. †494-†497). Verdächtig ist ebenfalls die in diesem Bericht mehrfach und auch hier genannte Zahl von über 50 Bischöfen. So viele Teilnehmer waren sicher nicht bei der Synode in Mantua (n. 1035). Als letztes Argument gegen die Korrektheit ist die Behauptung der Berichte anzuführen, die Weihe u. a. habe auf Bitten Markgraf Bonifaz' stattgefunden, der beim Aufenthalt des Papstes in der Stadt jedoch schon einige Zeit tot war. Nach der Schilderung Amadeis, der von den Weingartener Hl.-Blut-Legenden nichts weiß, kam Leo IX. 1053 nach Mantua, prüfte dort die Echtheit der Reliquie und bestätigte sie, feierte Messe auf der Piazza, weihte S. Andrea und ordnete an, dass die Reliquie jährlich acht Tage vor und acht Tage nach Christi Himmelfahrt öffentlich ausgestellt werden sollte. Im Zusammenhang damit soll er Ablässe verliehen und eine Partikel der Reliquie mit sich nach Rom in den Lateran genommen haben (vgl. n. †501).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †1036, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1053-02-21_2_0_3_5_2_708_1036
(Abgerufen am 19.01.2017).