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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt Abt Waleran von St-Vanne (in Verdun) (Waleranno abbati s. Vitoni) wunschgemäß alle von Bischof Dietrich von Verdun (confirmamus et corroboramus omnia, que a Theoderico ... Virdunensi episcopo) und anderen geschenkten Altäre, Güter und Rechte in Verdun und anderen namentlich genannten Orten, insbesondere den von Bischof Haimo eingeführten Markt, den von Bischof Dietrich geschenkten Klosterbann und die von Graf Hermann in der Grafschaft Brabant überlassenen Besitzungen (mercatum ... quod dono Haimonis episcopi in ... monte s. Vitoni agitur et bannum eiusdem montis, quod dono ... Theoderici episcopi habes ... Herimannus ... comes dedit in comitatu Bragibatense), verpflichtet das Kloster auf die Benediktsregel (teneatis s. Benedicti regulam), ermahnt die Mönche zum Gebet für sich und seine Nachfolger; <und begrenzt schließlich das Recht des Vogts in Baslieux (ius ... advocati in Bailodio) auf ein Maß Hafer pro Hufe jährlich (de singulis mansis singulis annis modius avennae) sowie ein Drittel an Gerichtsfällen und Allmende (agger publicus seu marchia ... suum tertium inde habebit).>

Originaldatierung:
Dat. IV non. Jan. pm. Friderici diac. SRE bibl. et canc., vice d. Herimanni archicanc. et Coloniensis archiepiscopi a. d. Leonis IX papae IV, ind. VI.
Incipit:
Apostolicae auctoritatis est, iusta petentibus ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: . Kop.: 1) 16. Jh., Paris, Bibl. nat., Ms. lat. 5435 fol. 29v; 2) 1631, Paris, Bibl. nat., Coll. Dupuy 244 fol. 28v; 3) 17. Jh., Paris, Bibl. nat., Ms. lat. 5214/II fol. 182; 4) 1721, Paris, Bibl. nat., Ms. lat. 17639 fol. 48v; 5) 18. Jh., Paris, Bibl. nat., Coll. Moreau 25 fol. 81. Drucke: Charles Duvivier, Recherches sur le Hainault ancien (Brüssel 1865) 389 (fragm.); Analecta Iuris Pontificii X 335; Pflugk-Harttung, Acta I 21; Bloch, Urkunden des Klosters S. Vanne II 55. Reg.: Wauters, Table chronologique 672; Pflugk-Harttung, Päpstliche Originalurkunden 565 n. 847; Bormans/Halkin, Table chronologique 63; Santifaller, Elenco 372; Parisse, Bullaire n. 43; Santifaller, LD 126; Parisse, Règlements d'avouerie 162 n. 8; GP VII 56 n. 144; JL 4289. Lit.: Clouet, Hist. de Verdun II 66f.; Brucker, L'Alsace II 44; Robert, Pape belge: Étienne X 10; Bloch, Urkunden des Klosters S. Vanne I 357, II 53ff.; Lerche, Privilegierung 196, 209; Drehmann, Simonie 24; Hirsch, Klosterimmunität 175, 186; Bloch, Klosterpolitik 197, 210f.; Perrin, Recherches 250ff.; Santifaller, Elenco 148f.; Dauphin, Richard de St-Vanne 149ff.; Dauphin, St-Vanne et la querelle des investitures 239; Parisse, Règlements d'avouerie 166; Sandmann, Theoderich von Verdun 323; Hirschmann, Verdun I 130, 327, II 455, 464f.; Boshof, Bistum Verdun 93; Healy, Chronicle of Hugh of Flavigny 50.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Bloch, Urkunden des Klosters S. Vanne I 341ff., II 53, Meinert, PUU in Frankreich I 139, 147, 151 und 156 sowie Parisse, Bullaire n. 43. Die in einem kurzen Teilfaksimile (Kopie 5) überlieferte Schrift des Originals ist lt. Bloch, Urkunden 53 identisch mit jener der Privilegien für Mantua (n. 983) und Bamberg (n. 1012), was neben der Korrektheit des Formulars die Ausstellung einer Urkunde am genannten Datum belegt. Die umfangreiche Besitzliste geht nach Aussage der Urkunde auf Schenkungen der Verduner Bischöfe Haimo, Dietrich und Richard (Haimonis ... Theoderici ... Richardi), die Grafen Gottfried (Godefridi comitis), Hermann (Herimannus comes) und Hezel (Hilzelini comitis), Gräfin Dada (Dade comitisse) sowie Luitard (Luitardi), Adeland und Gerulf (Adelandi et Gerulfi) sowie Amalricus (Amalrici) zurück und umfasst Kirchen, den Bann am Mont-St-Vanne, Dörfer, Ländereien, Wasser und Fischereirechte, Mühlen, Marktrechte etc. Problematisch an der Besitzliste ist die Tatsache, dass Güter, welche das Kloster dem Grafen Hermann von Eenham im Tausch überließ, neben denen stehen, die es dafür eintauschte, was nicht gut möglich ist. Entweder war also in der Urkunde dieser Irrtum ursprünglich enthalten (durch Abschrift aus zwei unterschiedlichen Besitzverzeichnissen) oder es handelt sich dabei um eine spätere Interpolation. Der Zusatz über die Vogtei in Baslieux ist als gefälschter Zusatz zu betrachten, der nach Streit mit dem Vogt vor 1125 zugefügt wurde. Daher ist anzunehmen, dass diese Urkunde die Vorlage für die Fälschung für St-Vanne vom selben Tag (n. †1024) darstellt (anders Santifaller LD, welcher ohne Begründung die Urkunde für den Bischof [n. †1024] als Vorurkunde bezeichnet), vgl. auch n. 662.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 1025, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1053-01-02_3_0_3_5_2_697_1025
(Abgerufen am 21.01.2017).