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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht die Ahakirche in Regensburg auf die heiligen Simon und Juda.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Andreas von Regensburg, Chr. pont. et imp. Romanorum 1052 (Leidinger 46); Christoph Hofmann, Chr. breve de ducibus Bavariae 1052 (Oefele, SS rer. Boic. I 552); Laurentius Hochwart, Libri ep. Ratisponensium II 18 (Oefele, SS rer. Boic. I 179). Reg.: – . Lit.: Rader, Bavaria sacra 222; Höfler, Deutsche Päpste II 147; Will, Restauration I 96f.; Walderdorff, Bulle Leos 269f.; Janner, Bischöfe von Regensburg I 503; Brucker, L'Alsace II 253; Martin, Saint Léon 153; Mader, Kunstdenkmäler der Oberpfalz XXII 84; Bauerreiss, Kirchengeschichte Bayerns 212; Garreau, Saint Léon IX 116; Brakel, Heiligenkulte 270; Hausberger, Bistum Regensburg I 73; Schwaiger, Bischof Wolfgang 32.

Kommentar

Andreas von Regensburg berichtet im Rahmen seiner Erzählung vom Besuch Leos IX. in Regensburg auch: s. papa Leo ... basilicam super testudinem in honore ss. apostolorum Symonis et Judae personaliter consecravit; ähnlich formulieren auch Lorenz Hochwart, der die Kirche allerdings als sacellum bezeichnet, und Christoph Hofmann, der von capella spricht. Die Kirchenpatrone sind dieselben wie von Heinrichs III. Lieblingsstiftung in Goslar. Die Kirche war vermutlich bei einem Stadtbrand von 1046 (vgl. aber n. 998) zerstört worden. Heute existiert sie nicht mehr, da die Stadt Regensburg sie 1611 nach dem Kauf abreißen ließ. In den Regensburger Matrikeln des Archidiakons Gedeon Forster von 1665 heißt es dazu: hat Leo IX wie er S. Wolfgang erhebt anno 1052 selbsten geweyhet (Heim, Des Erzdechanten Gedeon Forster Matrikel des Bistums Regensburg 11). Zu einer weiteren, in der Literatur häufiger erwähnten Handlung des Papstes, ließ sich keine Quelle finden. So wird behauptet, Leo IX. habe bei seinem Regensburger Aufenthalt den irischen Reklusen Mercherdach in seiner Zelle aufgesucht (Wahre Nachricht der klösterlichen Stifftung des adelichen weltlichen Reichsstiffts Obermünster in Regensburg [Regensburg 1692] 75; Magnus Jocham, Bavaria sancta. Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes I [München 1861] 585f.; Hugo von Walderdorff, St. Mercherdach und St. Marian und die Anfänge der Schottenklöster in Regensburg [Verhandlungen des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg 34/1879, 187-232] 199f.; Otmar Doerr, Das Institut der Inclusen in Süddeutschland [Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des Benediktinerordens 18, Münster 1934] 131ff.; Zimmermann, Kalendarium benedictinum I 221ff.; Ritter, Zeugen des Glaubens 268f.; zu dem Reklusen vgl. allgemein: Helmut Flachenecker, Irische Klausner und Benediktiner. Zur Geschichte von Weih Sankt Peter und St. Jakob [Regensburg im Mittelalter. Beiträge zur Stadtgeschichte vom frühen Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit I, hg. von Martin Angerer/Heinrich Wanderwitz/Eugen Trapp, Regensburg 1995, 187-195] 187; Elmar Hochholzer, Ein Martyrologfragment aus Regensburg mit irischen Heiligen aus dem 11. Jahrhundert [SMBO 116/2005, 33-66] 45; Stefan Weber, Iren auf dem Kontinent. Das Leben des Marianus Scottus von Regensburg und die Anfänge der irischen "Schottenklöster" [Heidelberg 2010] 351f.). Der Besuch des Papstes bei dem Inklusen muss, falls die Nachricht überhaupt von historischem Wert ist, anlässlich des Papstbesuchs in Regensburg 1052 stattgefunden haben. Zu dessen genauerem zeitlichen Rahmen vgl. nn. 995, 1001. Noch unwahrscheinlicher ist die in Wahre Nachricht 73 erzählte Geschichte von der Wappenbestätigung des Papstes für Bürgermeister und Rat der Stadt Regensburg.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 996, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1052-10-06_2_0_3_5_2_668_996
(Abgerufen am 29.05.2017).