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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. besucht Venedig <und verleiht S. Marco und anderen dortigen Kirchen Ablässe>.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Libuin, De obitu s. Leonis IX (Watterich, Vitae I 170); Marino Sanudo, Vite dei dogi (Monticolo, SS rer. Ital. XXII/4, 1900, 152); Andrea Dandolo, Chr. (Pastorello, SS rer. Ital. XII/1 121); Laurentius de Monacis, Chr. Venetum (Cornelius, SS rer. Ital. VIII Appendix); Andrea Naugerio, Hist. Veneta (Muratori, SS rer. Ital. XXIII 961). Reg.: IP VII/2 19 n. †*29 und VII/2 141 n. †*1; Munier, Léon IX 279. Lit.: Brucker, L'Alsace II 244f., 248; Martin, Saint Léon 152; Kehr, Rom und Venedig 100 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 510); Bloch, Klosterpolitik 233; Pfleger, Kult Leos IX. 84; Stintzi, Leo IX. der Papst 33; Stintzi, Leo IX. Lebensweg 55; Cessi, Politica 288; Cessi, Venezia ducale II/1 41, 45; Bianchi, Patriarca Domenico Marango 30f.; Brakel, Heiligenkulte 268; Hellmann, Geschichte Venedigs 40; Zettler, Dimensionen des Markuskults 560; Ziezulewicz, Déplacements 464f.; Büttner, Leon von Ohrid 44.

Kommentar

Libuin berichtet, dass Leo IX. causa orationis ad s. Marcum apostolum et evangelistam pervenit et ibidem susceptus est. Von einer Ablassverleihung weiß diese glaubwürdige Quelle nichts. Ein Besuch des Papstes passt durchaus in dessen Itinerar etwa auf der Reise nach Norden im Jahr 1052 (vgl. nn. 984, †987) oder bei der Rückkehr im Frühjahr 1053 (vgl. nn. 1035, 1043-1046). Für einen solchen Aufenthalt in der Lagunenstadt spricht auch die Existenz einer Kirche zum Gedenken des Papstes (Umberto Franzoi/Dino di Stefano, Le Chiese di Venezia [Venedig 1976] 421). Da der Papst sich im Frühjahr 1053 mit den Problemen Grados und Venetiens befasste, ist der Besuch entweder im Anschluss an den Aufenthalt in Padua 1052 (n. 984) oder im Rahmen der Rückreise aus Deutschland im Februar 1053 im Umfeld der Synode von Mantua (n. 1035) anzunehmen, doch legt der Reiseverlauf nach Kärnten (n. †986) und Steiermark (n. †987) 1052 eher das frühere Datum nahe (im Zusammenhang mit der Station in Venedig ist evtl. auch n. 845 zu sehen). Von dem Aufenthalt in Venedig wissen auch die anderen Quellen und präzisieren diesen glaubwürdig sogar noch auf S. Marco, wo Leo IX. Gebete verrichtet habe. Darüber hinaus sprechen diese Chronisten aber noch von einer Ablassverleihung: ipsique eccl., ducatui et aliis piis locis indulgentias et immunitates indulxit (Laurentius, ebenso Sanudo). Wohl in Präzisierung der immunitates der anderen Quellen schreibt Andrea Naugerio sogar davon, der Papst habe S. Marco francolla del censo papale. Die Nachrichten von den Ablassverleihungen sind im Unterschied zum überlieferten Papstbesuch abzulehnen, da es Ablässe in dieser Form zur Zeit Leos IX. noch nicht gab. Bei Andrea Dandolo ist nur in einer im Apparat der Edition angeführten Variante von dem Papstbesuch die Rede. Nicht ohne Interesse ist die Überlegung Bruckers, dass der Besuch in Venedig möglicherweise auch mit dem Ziel der Kontaktaufnahme nach Konstantinopel wegen der Normannenfrage stattfand; vgl. dazu auch die Überlegungen Büttners, Leon von Ohrid. 40ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 985, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1052-08-00_1_0_3_5_2_657_985
(Abgerufen am 30.03.2017).