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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. wird von Kaiser Heinrich (III.) durch Briefe und Boten aufgefordert, die Normannen in Süditalien anzugreifen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Chr. Amalfitanum 26 (Schwarz, Amalfi im frühen MA 206f.); Flavius Blondus, Italiae illustratae (Basel 1559) 389; Flavius Blondus, Historiarum decadis II 3 (Basel 1559) 193. Reg.: – . Lit.: Frech, Die vielen Tode 122.

Kommentar

Nach der unzuverlässigen Darstellung des Flavius Blondus wurde der Normanne (!) Gisulf Fürst von Salerno und hat daraufhin auch versucht, das der römischen Kirche gehörende (vgl. n. 913) Benevent zu erobern. Als das der Kaiser erfuhr, veranlasste er den Papst zum Krieg gegen die normannischen Aggressoren (quod cum rescisset Henricus II imp. e Germania Romanus, Leoni pontifici per literas et nuntios suavit, ut Teutonicorum copiis, quas ipse Vercellis Italiae praesidio reliquerat, acceptis, duceret in Normannos). Abweichend von anderen Quellen sieht Blondus die Initiative nicht beim Papst, sondern beim Kaiser; ist ein Brief und Gesandtenkontakt zwischen den beiden Institutionen in der Angelegenheit auch nicht auszuschließen, so macht doch die Reise Leos IX. zu entsprechenden persönlichen Verhandlungen mit Heinrich III. nach Deutschland (n. 1014) die Darstellung der Quelle unwahrscheinlich. Ein Brief des Kaisers ist auch in der legendenhaften Übertragung der Vorgänge auf Gregor VI. erwähnt (vgl. n. †301). Als abwegig muss Blondius' Erzählung wegen der unzeitgemäßen Annahme eines stehenden deutschen Heeres in Vercelli angesehen werden. Dieselbe abwegige Ansicht kommt bereits im Chr. Amalfitanum zum Ausdruck, das behauptet, der Papst habe multis precibus ab Henrico monitus imp. die süditalischen Normannen angegriffen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †971, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1052-00-00_9_0_3_5_2_643_971
(Abgerufen am 19.02.2017).