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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht Bischof Iterius Capreolus von Limoges, dessen frühere Weihe er nicht anerkennt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Berengar, Rescriptum I (Huygens 45f.). Reg.: – . Lit.: Roth, Petrus Damiani 123; Brucker, L'Alsace II 162; Bröcking, Französische Politik Leos 81ff.; Saltet, Réordinations 182ff., 188f., 408f.; Drehmann, Simonie 28, 46; Fliche, Réforme I 133; Schmid, Kanonische Wahl 88f.; Mac-Donald, Berengar 83; Schebler, Reordinationen 219ff.; Ladner, Theologie und Politik 54; Michel, Antisimonistische Reordinationen 41ff.; Pelster, Römische Synode 72ff.; Michel, Folgenschwere Ideen 78ff.; Dressler, Petrus Damiani 101f.; Morghen, Programma della riforma gregoriana 71f.; Gilchrist, Simoniaca Haeresis 223; Guillotel, Cens de Nantes 6; Capellino, Concilio di Vercelli nella controversia 25f.; Laqua, Traditionen 300; Becquet, Les évêques de Limoges aux Xe, XIe et XIIe siècles (Bullet. de la Soc. archéol. et hist. du Limousin (106/1979, 85-114) 85ff.; Laudage, Priesterbild 156f.

Kommentar

Berengar von Tours berichtet, Leo IX. habe Reordinationen durchgeführt, sei dafür von der Synode in Vercelli 1050 (n. 803.11) gerügt worden und habe Besserung gelobt, sei aber auf Betreiben Humberts von Silva Candida in Rom wieder in seinen alten Fehler zurückgefallen und habe dort unter anderem Bischof Iterius von Limoges reordiniert: [Leo papa] ... reordinavit episcopum Lemovicensem Iterium cognomento Capreolum. Während die anderen von Leo IX. lt. Berengar durchgeführten "Reordinationen" sich dem römischen Konzil von 1050 zuordnen lassen (vgl. nn. 751, 761, 818), ist die angebliche Weihe des Bischofs von Limoges durch den Papst nicht datierbar. Ein Bericht über Wahl und Weihe des Iterius Capreolus (Mansi, Conc. XIX 805; Jacques de Font-Réoulx, S. Stephani Lemovicensis Chartularium [Bullet. de la Soc. archéol. et hist. du Limousin 69/1922] 138) informiert, der Bischof sei am 4. Januar 1052 kanonisch gewählt und vom Erzbischof von Bourges unter Beteiligung verschiedener Suffragane geweiht worden. Von einer Weihe durch Leo IX. ist hier nichts überliefert. Problematisch an dem Wahlvorgang war offensichtlich die Tatsache, dass der Elekt kein Kleriker, sondern ein verheirateter Adliger war: nobilissimum virum ... Icterium ... ex monogamia ... rapuerunt. Da die Ordination durch den Metropoliten von Bourges zu Beginn des Jahres 1052 stattfand, wäre eine Reordination durch Leo IX. chronologisch 1052-1054 einzuordnen. Ohne auf konkrete Nachweihen einzugehen erwähnt Bonizo solche (Bonizo von Sutri, Dekret I 3 109 [Mai 2]).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †944, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1052-00-00_2_0_3_5_2_616_944
(Abgerufen am 24.10.2017).