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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestimmt den Primicerius (und zeitweiligen römischen Kanzler) Udo von Toul zu seinem Nachfolger als Bischof von Toul.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 789; Urkunde Bischof Udos von Toul (1052 Sept. 15) (Calmet, Hist. de Lorraine I 444; Picart, Hist. de Toul pr. 77), vgl. n. 840; Vita Leonis IX (WibertVita) II 16 (8) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007 210); Gesta ep. Tullensium 41 (MG SS VIII 645); Johannes von Bayon, Hist. Mediani monasterii II 54 (Belhomme 247). Reg.: . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 122; Hunkler, Leo IX. 209, 216; Delarc, Pape alsacien 351f.; Steindorff, Heinrich II 135, 139f.; Viellard, Documents de Belfort 118f.; Brucker, L'Alsace II 217; May, Kritik mittelalterlicher Geschichtsquellen 30f.; Mühlbacher, Kaiserurkunde und PU 503; Martin, Hist. de Toul I 206ff.; PflugkHarttung, Bullen 109; Martin, Saint Léon 133, 137; PflugkHarttung, Papstwahlen II 15f.; Drehmann, Simonie 34, 86f.; Guggenberger, Deutsche Päpste 45, 58; Kehr, Vier Kapitel 55f. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1249f.); Tellenbach, Libertas 207f.; Michel, Papstwahlpactum 340; Santifaller, Elenco 150f.; Mikoletzky, Vorgeschichte 260; Paulin, Leo und Lothringen 32, 34; Hoffmann, Von Cluny zum Investiturstreit 192; Garreau, Saint Léon IX 108f.; Goez, Papa qui et episcopus 29f., 32ff., 36, 58; Krause, Über den Verfasser 73f.; Vrégille, Hugues de Salins I 217; Beumann, Reformpäpste als Reichsbischöfe 31; Petrucci, Ecclesiologia e politica 34; Vrégille, Hugues 172; Goez, Gestalten des Hochmittelalters 117; Laudage, Priesterbild 159f.; Zielinski, Reichsepiskopat 53, 177; Horwege, Bruno von Egisheim 141; Wolter, Synoden 408; Borgolte, Petrusnachfolge 144; Erkens, Trier 139, 148f.; Laudage, Gregorianische Reform 22f.; Bönnen, Toul 53f.; Goez, Lebensbilder 164; Goullet, Vies de S. Mansuy 65; Haarländer, Vitae episcoporum 294, 451; Falkenstein, Privilèges et lettres de la chancellerie 262; Morelle, Concile de Reims et Montier 93; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 63; Goullet, Vies de saint Gengoul 245; Munier, Léon IX 82, 109f., 113; Minnerath, Projet réformateur 121f.; Schrör, Iussit eum papa Rome residere 37, 39; Falkenstein, Weitere Fälschungen 115f.; Dahlhaus, Das bischöfliche Wirken 59f.; SaintSorny, Chartes de Bruno de Toul 146; Bur, Léon IX et la France 255; Kupper, Léon IX, l'Empire et l'Église 276, 278; Gresser, Clemens II. 77; Krause, Touler Vita 17; Hägermann, Papsttum am Vorabend des Investiturstreits 16; D'Agostino, Primato 349ff.

Kommentar

Während die Papstvita ausführt, dass Leo IX. nach seiner Papstwahl de salute animarum seiner ursprünglichen Diözesanen für das Bistum Toul primicerium Udonem elegit sibi successorem, lässt die Bistumsgeschichte der Entscheidung des Papstes eine kanonische Wahl vorausgehen: praecedente cleri plebisque electione. Dieser Satz der Bischofsgesten ist sicherlich durch die im Verlauf des Investiturstreites gestiegene Bedeutung der kanonischen Wahl zu erklären, ein entsprechender Wahlakt in Toul eher unwahrscheinlich (vgl. Parisse, Le peuple, l'évêque et le roi passim). Dagegen nimmt Johannes von Bayon an, die Nachfolge sei praecepto d. papae entschieden worden. Wie sein Vorgänger gehörte auch Udo von Toul dem hohen Reichsadel (wohl der Familie der Grafen von Aare) an und war in seiner späteren Bischofsstadt ausgebildet worden. Als Kanzler Leos IX. amtierte er während der Deutschlandreise des Papstes von 1050/51 nach dem Tod seines Vorgängers Petrus Diaconus im Oktober 1050 in Langres (nn. 822, 824). Ursache für die Ernennung war sicherlich ein Gefühl der Vernachlässigung des Touler Sitzes bei Leo IX., welche sich über die Bedenken gegen eine unkanonische Translation durchsetzte. Doch nimmt Dahlhaus an, dass nicht praktische Gesichtspunkte, sondern vielmehr rechtliche und theologische Positionen die Abgabe des Bischofsamts nahelegten. Hinweise auf die Datierung der Ernennung ergeben sich neben der groben Einordnung der Geschichte in der Papstvita nach der Deutschlandreise des Jahres 1050 (-1051 Febr.) (vgl. nn. 812-870) aus den Urkunden, welche den neuen Bischof von Toul nennen. Die ersten davon, nn. †648, †649, †863, †885 sind sicher gefälscht, doch ist Udo im Januar/Februar 1051 noch Primicerius (n. 858, 871). Ein Indiz für die Erhebung könnte auch n. †885 bieten, eine echte Vorlage dieses Dokumentes vorausgesetzt. Die Bischofsweihe Udos durch Erzbischof Eberhard von Trier erfolgte am 18. August 1051 (vgl. Goerz, Mittelrhein. Regesten n. 1345 und Heydenreich, Metropolitangewalt 153 n. 86); falsch ist die Nennung des 17. April 1052 (Chevrier/Chaume, Chartes II 111 n. 331; Viellard, Documents de Belfort n. 68). Es ist anzunehmen, dass der Papst die Nachfolgeregelung im Zuge seines Aufenthaltes in Deutschland und Lothringen 1050/51 in die Wege leitete, obwohl die Papstvita die Ortsangabe Romae positus expressis verbis anführt, was jedoch auf den Amtssitz Leos IX. als Papst zu beziehen ist. Mehrfach als Vorgänger Bischof Udos in der Funktion als Bischof von Toul ist Leo IX. in der Urkunde dieses Nachfolgers von 1052 September 15 erwähnt (Calmet, Hist. de Lorraine2I pr. 444; Picart, Hist. de Toul pr. 77). Keinerlei Aussagekraft ist in n. †689 mit der 1049 November 16 geäußerten Behauptung dum adhuc Tullensis episcopatus vacaret hinsichtlich der Nachfolge beizulegen, ist doch durch nn. 422, 789, †832, †831 hinreichend belegt, dass Leo IX. sich weiterhin als Touler Bischof verstand. Zur Beteiligung Heinrichs III. vgl. n. 873.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 872, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1051-02-00_1_0_3_5_2_544_872
(Abgerufen am 25.05.2017).