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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) interveniert bei Kaiser Heinrich III. zugunsten von St. Maximin bei Trier für die Rückgabe des Hofes Brechen (ob interventum ... Leonis s. Romanae eccl. summi pontificis et universalis papae ... curtem quendam vocabulo Prichina in pago Enriche sitam ... reddimus).

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. †860; DHIII. n. 262 (1051) (Bresslau/Kehr, MG Dipl. V 348); DHIV. n. †181 (1066 Juli 13) (Gladiss/Gawlik, MG Dipl. VI 236). Reg.: Goerz, Mittelrhein. Regesten I n. 1341; Mas Latrie, Trésor de chronologie 1281; GP X/1 205 n. ?*12 (1051 cr. Jan. 18 vel 21); GP X/1 62 n. ?*111 (1051 Jan.); JL I p. 540; vgl. auch Wampach, UB Luxemburg I 391 n. 391. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 120; Steindorff, Heinrich II 136f.; Bresslau, Königs und PUU für das Kloster St. Maximin 48f.; Brucker, L'Alsace II 213; Müller, Itinerar 84ff.; Martin, Saint Léon 137; Kehr, Vier Kapitel 55 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1249); Alfaric, Pape alsacien 61; Oppermann, Rheinische Urkundenstudien II 80, 86f. 93f., 103 und 108; Garreau, Saint Léon IX 107; Wisplinghoff, Untersuchungen zu St. Maximin 155ff., 173; Kölzer, Zu den Urkundenfälschungen 321; Kölzer, Studien 178ff.; Munier, Léon IX 136; Scholz, Politik 337, 436; Ziezulewicz, Déplacements 462.

Kommentar

Die Intervention ist in dem gefälschten Privileg Leos IX. (n. †860), dem ebenfalls gefälschten Diplom Heinrichs III. und einem weiteren Heinrichs IV. erwähnt. Die Fälschung auf Heinrich III. erfolgte im Zusammenhang mit jener des LeoPrivilegs für St. Maximin (n. †860) im Jahr 1116. Dem Fälscher unterlief das Versehen, dass er sich in der früher datierten Urkunde des Papstes auf die spätere des Kaisers berief. Nach der Ansicht Kehrs beruht die Fälschung auf Heinrich III. auf einer echten Urkunde, in welcher er auch die Intervention des Papstes verankern möchte; dem widersprach Oppermann, während Wisplinghoff die Intervention als Tatsache annimmt und Kölzer die Frage nicht entscheidet; die Bitte des Papstes könnte bei dem Treffen mit Heinrich III. in Augsburg (n. 867) ausgesprochen worden sein. Ein Treffen mit dem Papst ist in der verfälschten Kaiserurkunde Heinrichs III. für St. Maximin in Trier nicht ausdrücklich behauptet, welche in Trier ausgestellt sein will und u. a. auf Intervention des Papstes ausgestellt sei. Eine kaiserliche Intervention soll dagegen einer der Gründe für die Ausstellung des päpstlichen Gegenstückes vom 16. Januar 1051 (n. †860) sein. Letzteres Dokument macht keine Ortsangaben dazu, doch ist in beiden Urkunden ein Treffen um jene Zeit am Ort der Ausstellung des Diploms vorausgesetzt. Beide Schriftstücke sind aber verfälscht; eine Anwesenheit des Papstes in Trier im Januar 1051 ist aufgrund seines Itinerars nicht auszuschließen, aber dass Heinrich III., der am 4. Januar in Mühlhausen in Thüringen und zu Beginn des Februar in Augsburg nachgewiesen ist, dazwischen Trier besucht haben soll, ist eher auszuschließen. Sollte daher die gegenseitige Intervention auf der echten Vorlage beider Urkunden beruhen, so müsste sie zum Zeitpunkt der Ausstellung der beiden Urkunden bereits längere Zeit zurückliegen oder aber erst bei dem Treffen zwischen Kaiser und Papst in Augsburg (n. 867) zustande gekommen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 859, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1051-01-16_1_0_3_5_2_531_859
(Abgerufen am 24.07.2017).