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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. wird von seinem Kanzler Friedrich (von Lothringen) zum Krieg gegen die Normannen angetrieben.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 24 (De Bartholomaeis, FSI 76/1935 139f.). Reg.: – . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 171; Hunkler, Leo IX. 236; Wattendorff, Stephan IX. 9f.; Brucker, L'Alsace II 260; Heinemann, Geschichte der Normannen 141; Martin, Saint Léon 156; Gay, L'Italie II 484; Chalandon, Domination Normande en Italie I 130; Kölmel, Rom 101, 113; Petrucci, Rapporti di Leone IX 83; Cowdrey, Age of Abbot Desiderius 109; Horwege, Bruno von Egisheim 122; Wolf, Making History 99f., 134f.; TavianiCarozzi, Bataille francoallemande 189f., 192; Bünemann, Robert Guiskard 21; Loud, Robert Guiscard 119; Munier, Léon IX 209; Loud, Latin Church in Norman Italy 137; D'Agostino, Primato 145.

Kommentar

Amatus sieht im cancelier Frederis das treibende antinormannische Element an der Kurie; er soll vor dem Kriegszug von 1052 (n. 960) geäußert haben, mit 100 Rittern würde er die Normannen aus Süditalien vertreiben. Zeitlich anzusetzen wären entsprechende Einflussnahmen auf Leo IX. in der Zeit seiner Kanzlerschaft bis zur unglücklichen Niederlage von Civitate, evtl. noch darüber hinaus. Ob die antinormannischen Ressentiments des Kanzlers sich im Verlauf der Süditalienpolitik seines Papstes aufbauten oder aber noch aus seiner lothringischen Heimat stammten, lässt sich nicht entscheiden. Abweichend von der Darstellung des Amatus weist Beno, Gesta II 9 (Francke, MG Ldl II 379) Hildebrand und dem abgesetzten (nn. 327, 393, 540.10) Theophylakt – Benedikt IX. die Verantwortung für Leos IX. Normannenkrieg zu. Dieser Autor behauptet nicht nur, Hildebrand habe Benedeikt IX. über die Vorgänge am Kaiserhof auf dem Laufenden gehalten (8 p. 378: Theophilactus ... magister Hildebrandi ... per litteras discipuli sui Hildebrandi ea, quae in palatio imp. gerebantur, resciebat) und zu einer scheinbaren Aussöhnung mit Leo IX. veranlasst (nn. 731, 901), sondern auch zum Kampf gegen die Normannen animiert: Hildebrandus ... Theophilacto consilio et factione ... papam Leonem contra Normannos animavit. ... Leo papa eorum dolos minus intelligens ... in Apuliam contra Normannos transivit (vgl. Delarc, Pape alsacien 505f.; Giovanelli, S. Bartolomeo Juniore 201), um den Papst schließlich in die Hände der Normannen zu spielen (vgl. n. 1078). Die Erzählung Benos ist als historisch haltlose Diffamierung Hildebrands und Benedikts IX. zu betrachten.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 939, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1051-00-00_14_0_3_5_2_611_939
(Abgerufen am 20.10.2017).