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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst (Leo IX.) schickt Abt Hugo von Cluny als Gesandten zur Friedensvermittlung zwischen Kaiser (Heinrich III.) und dem ungarischen König (Andreas I.) nach Ungarn.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Jotsald, Vita Odilonis II 14 (Staub, MG SS rer. Germ. 68/1999 214); Gilo, Vita s. Hugonis I 6 (Cowdrey 55); Hildebert von Le Mans, Vita Hugonis 2 (7) (Migne, PL 159, 864); vgl. Vita Leonis IX (WibertVita) II 17 (8) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007 212). Reg.: Diener, Itinerar Hugos von Cluny 358 n. 19; Hunt, Cluny under St Hugh 211; Kohnle, Abt Hugo 292 n. 31. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 120; Hunkler, Leo IX. 215, 219; Delarc, Pape alsacien 371f.; Steindorff, Heinrich II 160; Brucker, L'Alsace II 236ff., 242; L'Huillier, Vie de Saint Hugues 68ff.; Sackur, Cluniazenser II 342; Guggenberger, Deutsche Päpste 60; Hóman, Geschichte des ungarischen Mittelalters I 264; Violante, Pataria 97; Uhlirz, Handbuch der Geschichte Österreich-Ungarns I 239; Hoffmann, Von Cluny zum Investiturstreit 202; Garreau, Saint Léon IX 114; Hunt, Cluny under St Hugh 131; Cowdrey, Cluniacs 165; Kosztolnyik, Relations 39; Kosztolnyik, Hungarian Kings 75; Kohnle, Abt Hugo 74ff.; Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 425.

Kommentar

Während Jotsald nur berichtet, zusammen mit Hugo in Ungarn gewesen zu sein (cum in Pannonia simul cum d. abbate Hugone essem), überliefern die anderen Quellen, dass Leo IX. den Abt von Cluny als Legaten nach Ungarn geschickt habe: ... a rege Hungarorum ... Illud iussu Romani pontificis profectus, pace reformata et expleta legatione rediens (Gilo) und Romani iussu pontificis in Hungariam profectus, de reformatione pacis curam gessit (Hildebert). Dagegen erwähnt die Papstvita nur pauschal verschiedene Legationen Leos IX. nach Ungarn (vgl. n. 492). Gilo und Hildebert berichten darüber hinaus, Hugo habe von Andreas ein reiches Geschenk erhalten und den Frieden erfolgreich vermittelt, sei auf dem Rückweg aber von einem deutschen Herzog bzw. vom tyrannus regionis gefangen genommen worden. Wer der Herzog war, lässt sich nicht ermitteln, evtl. Konrad von Bayern, der zur Zeit der Legation mit Bischof Gebhard von Regensburg in Fehde lag (vgl. n. 997) und ein Opponent der Ungarnpolitik des Kaisers war. Zur Datierung kommen zwei Termine in Frage; zum einen der Herbst/Winter 1051 im Anschluss an den Kriegszug Heinrichs III. in die ungarische Tiefebene, zum andern der Sommer 1052. Da aber die Friedensvermittlung des cluniazensischen Abtes erfolgreich gewesen sein soll, ist eher an den ersten Termin zu denken, denn im Sommer 1052 zog der Papst persönlich aus diesem Grund nach Pressburg (vgl. nn. 978, 988).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 936, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1051-00-00_13_0_3_5_2_608_936
(Abgerufen am 22.05.2017).