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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht das Kloster Hohenburg (Odilienberg) (D. Straßburg), verleiht ein Privileg (n. †847) und schenkt dem Kloster von ihm selbst komponierte Responsorien zu Ehren der heiligen Odilia.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. †847; Ann. Argentinenses 1045 (MG SS XVII 88); Ann. Marbacenses 1045 (Bloch, MG SS rer. Germ. 9/1908, 28); Fritsche Closener, Chr. 1045 (Hegel, Chr. der deutschen Städte VIII 135f.); Jakob Twinger von Königshofen, Chr. (Hegel, Chr. der deutschen Städte IX 557f.); Weiheinschrift einer Leo-Statue in der Klosterkirche (Grandidier, Oevures inédites I 122); Daniel Specklin, Collectanées (Reuss 49 n. 742). Zu den Responsorien: Vita Leonis IX (Wibert) I 15 (13) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007 140); Hist. ep. Tullensium (Calmet, Hist. de Lorraine I pr. 222f.). Reg.: Munier, Léon IX 279; Iogna-Prat, Léon pape consécrateur 380. Lit.: Guillimann, De episcopis Argentinensibus 192f.; Höfler, Deutsche Päpste II 119f.; Hunkler, Leo IX. 50f., 157; Spach, Saint Léon IX 12, 17ff.; Grandidier, Oeuvres inédites I 118ff., II 54f., 57; Delarc, Pape alsacien 236, 337; Schulte, Leo IX. 85f.; Brucker, L'Alsace II 193ff.; Clauss, Historischtopographisches Wörterbuch 813ff.; Bloch, Klosterpolitik 215; Stintzi, Elsässische Klöster 120; Pfleger, Kult Leos IX. 80ff., 95; Clauss, Heilige des Elsaß 85; Büttner, Studien zur Geschichte des Stiftes Hohenburg 122 (ND 217); Crozet, Consécrations pontificales 20; Stintzi, Leo IX. Fahrten 77; Stintzi, Leo IX. Lebensweg 47; Barth, Kult Leos IX. 203f.; Sieffert, Altdorf 24; Michel, Frühwerke des Kardinals Humbert 235; Paulin, Léon IX musicien 117f.; Dubled, L'avouerie 27, 79; Garreau, Saint Léon IX 95; Metzger, Saint Léon 3; Schwineköper, Christus-Reliquien 261; Parisse, Lorraine monastique 56f.; Legros, Mont Ste-Odile 134f.; François Pétry/Robert Will, Le Mont Sainte-Odile (Paris 1988); Sutter, Ce fut 270f. – Zu den Responsorien: Grandidier, Oeuvres inédites II 54; Pfleger, Kult Leos IX. 82; Stintzi, Leo IX. Lebensweg 50; Paulin, Leo IX. Dichter und Musiker 123ff.; Michel, Frühwerke des Kardinals Humbert 254f.; Brakel, Heiligenkulte 260; Metzger, Saint Léon 1; Bernard, Offices versifiés 92 und passim; Thiriet, Saint Nicolas en France 10; Legl, Grafen von Dagsburg-Egisheim 211f.; Fürstenberg, "Ordinaria loci" 335; Munier, Léon IX 132, 265; Iogna-Prat, Maison de Dieu 381f., 386, 389; Iogna-Prat, Léon pape consécrateur 368f., 373ff.; Meyer, Églises en Alsace 503f.; Dahlhaus, Urkunde, Itinerar und Festkalender 16.

Kommentar

Die Ann. Argentinenses und die Ann. Marbacenses berichten gleichlautend von der Weihe der Klosterkirche der heiligen Jungfrau durch Bischof Bruno von Toul, den späteren Papst Leo IX. im Jahr 1045; Fritsche Closener präzisiert das Datum auf den 6. Dezember 1045 und bringt das Datum in Zusammenhang mit der Erweiterung des Patroziniums um den heiligen Nikolaus. Nun berichten aber die anderen Quellen von der Weihe des Klosters durch Leo IX. als Papst im Rahmen seiner Elsassreisen; auffälligerweise weiß keine dieser Überlieferungen von zwei Weihen auf dem Odilienberg; Jakob Twinger und Daniel Specklin datieren in ihren Angaben auf 1052/53, doch handelt es sich an diesen Stellen nur um eine Aufzählung der Plätze, an denen Leo IX. im Elsass tätig war. Das wichtigste Argument für die Annahme einer weiteren Weihehandlung Leos IX. als Papst stellt sein eigenes Privileg dar (n. †847). Der Papst schreibt darin: visitantibus nobis pio respectu Alsatiae partes ... Spiritui s. dedicaremus habitaculum. Wenn dies auch nicht unbedingt als päpstliche Visitationsreise zu werten ist (wie von Schulte 86), so ist doch anzunehmen, dass Leo IX. sich auf einen Aufenthalt im Odilienkloster als Papst bezieht, zumal sich dieser Aufenthalt um die Zeit der Ausstellung des Privilegs problemlos in das Itinerar einfügt. Die – in ihrem Quellenwert allerdings fragwürdige – Inschrift einer Leo-Statue auf dem Odilienberg berichtet: Leo papa ... eccl. Hohenburgensem bis restauravit et consecravit. Grandidier, der diese Inschrift überliefert, schreibt unter Berufung auf eine verlorene Chr. des Odilienberges, Leo IX. habe als Bischof von Toul 1045 die Kirche geweiht, diese sei in Kriegswirren abgebrannt und 1049/50 vom Papst erneut geweiht worden (vgl. Pfleger 80f.). Diese Nachricht ist aufgrund der alleinigen Überlieferung durch Grandidier mit Vorsicht zu behandeln. Über den Zeitpunkt des Aufenthalts Leos IX. im Odilienkloster machen die Quellen keinerlei Aussagen; allein aufgrund des päpstlichen Privilegs lässt er sich Mitte Dezember 1050 einordnen; Dahlhaus, Urkunde, Itinerar und Festkalender nimmt den 13. Dezember als Termin des Odilientages und der Oktav des Nikolaustages an. Für den in der angeführten Literatur bisweilen angesetzten Zeitpunkt 1049 (z. B. Grandidier 118ff.; Pfleger 80) gibt es in den Quellen keinen Anhaltspunkt, doch ist ein zusätzlicher Besuch des Papstes auf dem Odilienberg Ende Oktober 1049 vom Itinerar her nicht auszuschließen (Stintzi, Leo IX. Fahrten 77). Für welchen Anlass Leo IX. die Responsorien auf die heilige Odilia komponierte, lässt sich nicht entscheiden, vgl. auch nn. 434, 493, 646, 683, 686, 690.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 846, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-12-00_7_0_3_5_2_518_846
(Abgerufen am 24.10.2017).