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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) bestätigt dem Kloster Déols (D. Bourges) unter Abt Emeno (Emenoni abbati Dolensis) wunschgemäß und auf Intervention des päpstlichen Kanzlers Petrus (flexi ... cancelarii nostri Petri charitate) nach dem Vorbild der Päpste Johannes' (XI.), Leos (VII.), Stephans (VIII.), Johannes' (XIII.) und Leos (antecessorum nostrorum Joannis, Leonis, Stephani atque Joannis ac Leonis) alle Besitzungen, insbesondere die Zellen in Vouillon (D. Bourges), Nantes, Châteauponsac (D. Limoges) und St-Outrille (D. Bourges) (monasterium Vodolionis quod est in honore s. Justi martyris atque monasterium Namnetense constructum in honore s. Petri apostoli storumque Rogatiani et Donatiani, etiam monasterium Pontiacense in honore s. Tyrsi martyris ac monasterium s. Austregesilli de Turre), die Immunität (nulla persona ... aliquam potestatem ibidem exercere), verbietet dem Erzbischof von Bourges die Exkommunikation des Klosters (nec praesuli Bituricensi ... excommunicare liceat) und befreit die Mönche von jedem über die Diözese Bourges zu verhängenden Interdikt, verleiht das Bestattungsrecht außer für Exkommunizierte sowie die Unterstellung unter den römischen Stuhl gegen einen jährlichen Rekognitionszins von 12 Denaren (s. Romanae eccl. iamdicta abbatia iure perenni semper sit subdita ... reddantur duodecim denarii) und erlässt ein Perturbationsverbot. Scr. pm. Petri notarii ac scrinarii SRE in mense Novembrio, ind. XIV.

Incipit:
Desiderium quod ad religiosorum propositorum ...
Schreiber:
Scr. pm. Petri notarii ac scrinarii SRE in mense Novembrio, ind. XIV.

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1735, Fougères, Coll. de M. de Fougères, Bullaire de Déols 23 (war nicht einzusehen). Drucke: Hubert, Recueil des Chartes 161. Reg.: – . Lit.: Hubert, Recueil des Chartes 159ff.; Rathsack, Fuldaer Fälschungen II 567f.; Dahlhaus, Rota 19f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Wiederhold, PUU in Frankreich V 12 (ND I 430). Die in der Urkunde genannten Päpste sind Johannes (XI.) (931 März) (JL 3585; Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. 106) (Zimmermann, PUU I 108), Leo (VII.) (938 Jan.) (JL 3603; Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. 141) (Zimmermann, PUU I 138), Stephan (VIII.) (940-942) (JL –; Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. 157) (Zimmermann, PUU I 167) und Johannes (XIII.) (968 Jan.) (JL 3725; Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. 440) (Zimmermann, PUU I 370). Das Dokument weist einige Verdachtsmomente auf: es ist an Abt Emeno von Déols gerichtet, der schon 1018 starb; in der Datierung weist die Indiktion XIV auf die Jahre 1046 oder 1060, aber nicht in das Pontifikat Leos IX. Die Urkundenunterfertigung erfolgte im Pontifikat Leos IX. nicht durch einen notarius et scrinarius, sondern durch den Kanzler (vgl. Santifaller, Elenco 695). Dessen Name Petrus ist zwar korrekt genannt, doch ist der Diakon und Kanzler Petrus schon im Oktober 1050 verstorben (nn. 822, 824). Nach diesen Beobachtungen muss es sich bei der Urkunde um eine Fälschung handeln. Sie ist in ihrem Wortlaut fast vollständig identisch mit der Fälschung auf Silvester II. für das Kloster, auch in der Datierung (Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. †920; Zimmermann, PUU II 746). In vorliegender Urkunde ist als letzter in der Reihe der aufgezählten Päpste ein Leo genannt, bei dem es sich nur um Leo VIII. handeln kann, von dem aber keine Handlungen zugunsten Déols' überliefert sind. Es wäre daher auch denkbar, dass die Urkunde als Vorlage für die Fälschung des auf Silvester II. lautenden Dokumentes entstanden ist. Das würde erklären, dass nach Ausstellung der echten Urkunde Leos IX. für Déols (n. 746) ein Fälscher den Text erstellte und dabei auch das Privileg Leos IX. anführte. Aus Versehen wäre dann auch im Protokoll der Name Leo eingesetzt, in einer Überarbeitung aber durch Silvester ersetzt worden.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †836, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-11-00_2_0_3_5_2_508_836
(Abgerufen am 24.01.2017).