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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt dem Kloster Cluny (D. Mâcon) unter Abt Hugo (Hugoni abbati Cluniacensis coenobii) wunschgemäß die von Ricuin de Darney mit Zustimmung seiner Frau Lanceda geschenkte Kirche Relanges (D. Toul) (confirmamus ... eccl. cum predio quod dicitur Raningas ... quam dedit bonae memoriae Requinus de Darneio, consentiente uxore sua Lanceda) mit allem Zubehör gemäß der vom Bischof von Toul unter Vorbehalt der Rechte seiner Kirche (laudante et consentiente Tullensis sede pontificis, salva tamen auctoritate ... suae eccl.) gebilligten Schenkungsurkunde sowie die von Hugo de Longeau verliehenen Besitzungen und alle anderen Güter und Rechte (praedium ... quod Hugo de Longa Aqua dedit s. Petro ..., qui caput est huius nostrae cellae).

Originaldatierung:
Dat. VII kal. Nov. pm. Udonis, Tullensis primicerii, SAS canc. et bibl., a. d. Leonis IX papae II, ind. IV.
Incipit:
Convenit apostolico moderamini pia pollentibus ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1) ca. 1100, Paris, Bibl. nat., Ms. nouv. acq. lat. 2262 p. 33. Faks.: Barbara H. Rosenwein, Visualizing a Dispute Resolution: Peter of Albano's Protected Zone (Conflict in Medieval Europe, hg. von Warren Brown/Piotr Górecki [Aldershot-Burlington 2003] 85-107) 86. Drucke: Bull. Cluniacense 12 (fragm.); Migne, PL 143, 658 (fragm.); Bernard/Bruel, Recueil de Cluny IV 406. Reg.: Bréquigny, Table chronologique II 47; Höfler, Deutsche Päpste II 374; J 3225; Santifaller, Elenco 363; Parisse, Bullaire n. 33; Santifaller, LD 124; Kohnle, Abt Hugo 291 n. 23; Chauvin, Conséquences diplomatiques 51 n. 10; JL 4241. Lit.: Calmet, Hist. de Lorraine II 172; Höfler, Deutsche Päpste II 120; Steindorff, Heinrich II 135; Brucker, L'Alsace II 186; D'Arbois, Monastères en Lorraine 72; Martin, Hist. de Toul I 199; Émile Duvernoy, Chartes lorraines pour l'abbaye de Cluny (Bullet. mensuel de la Soc. d'archéol. Lorraine 51/1902, 17-22) 18f.; Martin, Saint Léon 133f.; C. Pierfitte, Les sires de Darney (Bullet. mensuel de la Soc. d'archéol. Lorraine 53/1904, 10-24, 36-44, 60-70) 14ff.; Léopold Quintard, Le prieuré de Froville 1091 à 1791 (Mém. de la Soc. d'archéol. Lorraine 54/1904) 84; Bloch, Klosterpolitik 219f.; Cottineau, Répertoire 2403, 2440; Santifaller, Elenco 151; Choux, Recherches 115; Diener, Itinerar Hugos von Cluny 398; Cowdrey, Cluniacs 46; Robison, Humberti Cardinalis 581ff.; Bulst, Klosterreformen 113; Vrégille, Hugues de Salins I 215; Vrégille, Hugues 170; Dahlhaus, Rota 19; Kohnle, Abt Hugo 73, 148; Poeck, Cluniacensis Ecclesia 435; Munier, Léon IX 186f.; Dahlhaus, Das bischöfliche Wirken 52; Saint-Sorny, Chartes de Bruno de Toul 137, 141; Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 425.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Santifaller, Elenco; der Papst stellte die Urkunde nach der Reise aus, die ihn in der zweiten Oktoberhälfte durch Burgund nach Toul geführt hatte (vgl. nn. 812, 813, 815, 816, 820, 821, 825, 826); da Leo IX. in den Tagen vor und nach Ausstellung dieser Urkunde sicher in Toul weilte (nn. 826-829), ist anzunehmen, dass auch diese in der alten Bischofsstadt des Papstes verliehen wurde. Der Petent Abt Hugo hat Leo IX. vermutlich bereits auf der Reise nach Toul begleitet (vgl. nn. 815, 816). Die beiden älteren Editionen der Urkunde sind, wie Bernard/Bruel bemerken, lückenhaft; die Auslassungen sind allerdings nur am Anfang des Privilegs, wo Bernard/Bruel vor die Arenga der anderen Ausgaben (Quoniam postulasti a nobis) eine weitere Convenit apostolico moderamini einfügen. Die Tatsache, dass die Urkunde somit zwei Arengen aufweist, kann auf einen Eintragungsfehler im Chartular zurückgehen oder die Ursache in einer Empfängerausstellung des Originals haben. Zudem ist dieses eines der frühesten von Udo als päpstlichem Kanzler ausgestellten und datierten Schriftstücke. Nichtsdestoweniger ist die Rota in der Abschrift offenbar korrekt. Inhaltlich wird vor allem die Schenkung des Ricuin von Darney (Bernard/Bruel, Recueil de Cluny IV 41 n. 2840) bestätigt, die Zelle von Relanges; darüber hinaus erstreckt sich die Bestätigung auf den gesamten Besitz und insbesondere eine Schenkung des Hugo de Longeau aus der Familie der Grafen von Bassigny. Problematisch ist der Satz über die Zustimmung des Touler Bischofs, denn im Eintrag der Schenkungsurkunde in das Chartular findet sich von dieser Zustimmung keine Spur; zudem müsste, die Richtigkeit von Quintards Annahme, die Schenkung sei 1040 durchgeführt worden, vorausgesetzt, der Papst selbst als Bischof von Toul diese vollzogen haben. In diesem Fall aber wäre eigentlich ein Hinweis in der Urkunde zu erwarten. Dessen Fehlen deutet, wie die doppelte Arenga, auf eine Empfängerausstellung hin. An der Echtheit wird nicht gezweifelt.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 834, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-10-26_1_0_3_5_2_506_834
(Abgerufen am 22.10.2017).