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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. befiehlt dem Grafen Alanus Canhiart von Cornouaille die Gründung des Klosters Quimperlé (D. Quimper).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Charta fund. Kemperlegensis (Maitre/Berthou, Cartulaire de Quimperlé 130); Chr. Kemperlegense (Maitre/Berthou, Cartulaire de Quimperlé 122); Vita Gurlesii abbatis (Mabillon, AASS OSB VI/2) 107; Nomina apostolicorum urbis Romae (Maitre/Berthou, Cartulaire de Quimperlé 74). Reg.:– . Lit.: Quaghebeur, Aristocratie et monachisme autour de Saint-Croix de Quimperlé 201ff.; Guillotel, Bretagne et papauté 270.

Kommentar

In den im Text identischen Quellen der Gründungsurkunde und der Vita des Abtes wird berichtet, Graf Alanus sei nach einer Kreuzesvision (zur Bedeutung von Visionen und Träumen vgl. Wittmer-Butsch, Bedeutung von Schlaf und Traum 243ff., 341ff. und passim) von schwerer Krankheit genesen und habe daraufhin seinen Bruder, Bischof Orscand von Quimper mit seiner Gemahlin Judith zum Papst gesandt. Diese hätten Leo IX. bei der Synode in Vercelli (n. 803) vorgefunden und ihm von dem Wunder berichtet. Der Papst habe die Gesandten daraufhin gesegnet und mit einem Schreiben an den Grafen zurückgeschickt, in welchem er ihn beauftragte, am Ort des Wunders ein Kloster zu Ehren des hl. Kreuzes zu gründen. Da das Kloster schon zuvor existierte, kann es sich dabei nur um eine Restauration handeln. Das Chartular legt diese ins Jahr 1029, was mit dem Pontifikat Leos IX. unvereinbar ist. Vermutlich haben die Mönche die Wiederbegründung ihres Klosters zurückdatiert, um ihre Ansprüche auf die Belle-Ile gegenüber Redon besser vertreten zu können (vgl. n. †542). Die Chronik und der Papstkatalog geben darüber hinaus keine weiteren Informationen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 804, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-09-00_2_0_3_5_2_476_804
(Abgerufen am 25.03.2017).