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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) bestätigt die aufgrund der Anregung Papst Johannes' (XIX.) und Kaiser Konrads (II.) von Bischof Jakob von Fiesole vollzogenen Schenkungen (n. 92) an das Kloster S. Bartolomeo (D. Fiesole), investiert Abt Leo in die Besitzungen des Klosters und legt fest, dass der aus dem Konvent gewählte Abt vom Bischof von Fiesole zu weihen sei.

Originaldatierung:
Dat. Fesulis id. Iulii a. D. 1050, pont. sui a. II.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Notitia (Florenz, Bibl. naz., Spoglio PP 1237 p. 1; Piattoli, Narrazione del sec. XI 88-90), vgl. Ludovicus Iacobillus, Vite de santi e beati dell'Umbria III (In Foligno 1661) 358f.; Florenz, Bibl. naz., Magl. XXXVII 305 fol. 2; Mittarelli, Ann. Camalduenses II 18; Valeriano Salaini, Notizie varie di storia (Florenz, Arch. di stato, Conv. soppr. n. 179 filza 49 c. 43; Piattoli, Narrazione del sec. XI 94f.). Reg.: J *3215; IP III 79 n. *2; Capitani, Imperatori e monasteri 478; JL *4229. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 25; Cappelletti, Chiese d'Italia XVII 38; Steindorff, Heinrich II 130; Brucker, L'Alsace II 129; Davidsohn, Florenz I 190; Bloch, Klosterpolitik 238; Piattoli, Narrazione del sec. XI 90ff., 102ff. und passim; Quilici, Giovanni Gualberto III 56; Boesch-Gajano, Tradizione vallombrosane 170; Capitani, Imperatori e monasteri 433f.; Giuseppe Raspini, Elenco dei vescovi di Fiesole (Fiesole. Una diocesi nella storia [Fiesole 1986] 41-60) 44; Ceccarelli Lemut, I Canossa e i monasteri 147; Goez, Beatrix von Canossa 131, 147; Munier, Léon IX 135.

Kommentar

Von der Urkunde hat sich neben den genannten Erwähnungen keine Spur erhalten. In der Notitia, welche ein erweiterter Gründungsbericht auf der Basis der Gründungsurkunde Bischof Jakobs ist (n. 92, vgl. auch nn. 93, 100), wird ausgeführt, dass der Nachfolger dieses Bischofs namens Atinulphus versucht habe, den Mönchen Güter zu entziehen, weil durch die Gründung das Bischofsgut zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Das Kloster habe sich daraufhin an Leonem IX. papam gewendet, der per id tempus Fesulas aduenisset, positis in conspectu Iacobi paginis ... exploratumque habens Ioanne predecessore et Conrado imp. sic imperantibus ... omnem institutionem ... ipse quoque comprobauit iura, bona, exemtiones atque priuilegia omnia innouando. Dat. Fesulis id. Julii a. D. 1050, pont. sui a. II. Iacobillus berichtet nur aufgrund einer Papsturkunde im Bischofsarchiv von Fiesole von der Bestätigung der Gründung und Ausstattung des Klosters von Seiten des Papstes, und zwar a 15 di Luglio 1050. Ausführlicher gibt Mittarelli den obigen Bericht wieder. Vermutlich aus der Urkunde Leos IX. selbst stammt eine von Salaini überlieferte Passage, in welcher als weitere Anwesende beim päpstlichen Aufenthalt in Fiesole neben den Bischöfen der Toskana Erzbischof Halinard von Lyon, Bischof Adalbero von Metz und die Herzogin Beatrix genannt werden: presentibus episcopis Tuscie fere omnibus et d. Alinardo archipresule Lugdunense ... Adalberone Metensi episcopo, idem s. apostolicus una cum ... duce nostra d. Beatrice ... monasterium et abbatem Leonem inuestiuit de omnibus suis rebus. Zur Datierung sind hier nur Inkarnations und Pontifikatsjahr genannt. Da der Papst sich in der fraglichen Zeit in Florenz aufhielt, ist die Korrektheit der chronologischen Angaben anzunehmen; der Papst besuchte Fiesole/Florenz 1050 im Rahmen seiner Reise nach Norden. Die Anwesenheit der Bischöfe von Lyon und Metz bei dieser Reise ist auch anderweitig (vgl. nn. 761, 762, 771, 775, †782, †783, 795, 815 etc.) verbürgt. Allerdings stimmen die Angaben der Datierung nicht ganz mit der üblichen Datierweise von Papsturkunden überein; falls also die Datierung in den Quellen korrekt wiedergegeben ist, war die Vorlage evtl. keine Papsturkunde, sondern eine Notitia über die Vorgänge.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 797, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-07-15_2_0_3_5_2_469_797
(Abgerufen am 24.07.2017).