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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt (Abt) Albizo (filio Albizoni religiosi viro) wunschgemäß für das von diesem wiedererrichtete und durch das Martyrium des hl. Donatus herausragende Kloster S. Maria [in Gradibus] in der Diözese Arezzo (monasterium b. matris Dei et virginis Mariae situm in Aretina diocesi ... restruere ... reparare fueris conatus) unter Wahrung der Rechte des Bischofs von Arezzo den Schutz der römischen Kirche, sämtlichen beweglichen und unbeweglichen Besitz (tutelam specialem ... salva ... debita subiectione, que ... episcopum Aretinum iure solet attingere ... confirmamus et decreto sancimus quidquid ... videtur possidere) sowie die monastische Lebensweise der Mönche (quos pro nullo alio ordine ecclesiastico permittimus ... proturbari) und erlässt ein Perturbations und Alienationsverbot.

Originaldatierung:
Dat. IV kal. Junias pm. Petri diac., bibl. et canc. SAS a. d. Leonis IX papae II, ind. III.
Incipit:
Sub multa et incomprehensibili pariterque ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: ca. 54 x 61 cm, Arezzo, Arch. cap., Carte di S. Maria in Gradi n. 6 (stark beschädigt). Kop.: 1) 18. Jh., Arezzo, Arch. cap., Canonica n. 144; 2) 18. Jh., Arezzo, Bibl. com., Cod. 27 fol. 68; 3) 18. Jh., Modena, Arch. di stato, Archivi per materie. Letterati Muratori Lodovico Antonio. Minute, ricevute, suppliche, Cass. n. 46/A (zu 1050 Mai 27); 4) 18. Jh., Pisa, Bibl. univ., Ms. 54 t. XIX; 5) 19. Jh., Arezzo, Arch. cap., Memorie diverse n. 2. Insert: 13. Jh., Leo Urbevetanus, Chr. Pont. (Lami, Delicie eruditorum, 2/1737) 183. Faks.: Pflugk-Harttung, Specimina I Tafel 19 (fragm.); Dahlhaus, Rota Abb. 10 (fragm.); Krafft, Bene Valete 250 (fragm.). Drucke: Franciscus Orlendi, Orbis sacer et profanus II/2 (Florenz 1732) 1357; Muratori, Ant. V 1019; Mittarelli, Ann. Camaldulenses II App. 133; Migne, PL 143, 649; Pasqui, Documenti per la storia di Arezzo I 246. Reg.: Domenico Agostino Dragoni, Monumenti e notizie istoriche riguardanti la chiesa primitiva vescovile d'Arezzo (Lucca 1755) 15; J 3214; Pflugk-Harttung, Päpstliche Originalurkunden 497 n. 42; IP III 160 n. 1; Santifaller, Elenco 361; Santifaller, Geschichte der Beschreibstoffe 91 n. 40; Capitani, Imperatori e monasteri 478; Santifaller, LD 123; Dahlhaus, Rota 67 n. 11; JL 4227. Lit.: Mittarelli, Ann. Camaldulenses II 130f.; Höfler, Deutsche Päpste II 104; Brucker, L'Alsace II 129; Kehr, Humbert 106, 108f. (ND Ders., PUU in Italien II 594, 596f.); Kehr, Privileg Leos IX. für Bremen 75, 77, 81 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 201, 203, 207); Kehr, Scrinium 82 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 142); Bloch, Klosterpolitik 238; Kölmel, Rom 153; Santifaller, Elenco 157f., 168; Fichtenau, Arenga 102; Tabacco, Espansione monastica 79; Hoesch, Kanonistische Quellen 36f.; Robison, Humberti Cardinalis 75; Santifaller, Apprecatio 297; Maccarrone, Teologia del primato 37f., 39; Anton, De ordinando 21; Erkens, Trier 129; Dahlhaus, Rota 19ff.; Schilling, Guido 194.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kaltenbrunner, PUU in Italien 630, Klinkenborg, PUU in Nonantola 245 (ND Kehr, PUU in Italien I 98), IP und Pasqui, Documenti 246; das Original ist stellenweise schlecht erhalten und der Text daher nur schwer zu lesen. Dennoch konnte bereits Kehr nachweisen, dass die Urkunde von Humbert geschrieben und auch der Text, unter Verwendung des LD, teilweise von ihm verfasst wurde; Schreiber der Datierung ist Petrus Diaconus. Die erste Zeile ist durch große unziale Majuskelbuchstaben hervorgehoben, die teilweise Einfügung kleinerer Buchstaben und ein Punktmuster gestalten die Intitulatio graphisch. Insbesondere der erste Buchstabe des Papstnamens ist auffällig verziert. Kehr wies auf den gegenüber anderen Papsturkunden persönlicheren Ton hin, der durch den überaus langen einleitenden allgemeinen Teil des Privilegs verursacht wird. Unklar ist die Frage, um welches Kloster es sich bei der Privilegierung handelt; die Urkunde nennt nur ein Marienkloster in der Diözese Arezzo, das mit dem Martyrium des "Apostels der Toskana" Donatus (b. Donati pontificis martyrio) in Zusammenhang steht. Neben diesem Hinweis könnte ein Satz zur Identifizierung dienen, welcher das Eigenkloster des Bistums Arezzo mit dem fracti calicis et resolidati miraculo in Verbindung bringt; über ein dem Bischof Arnald von Arezzo widerfahrenes Kelchwunder berichtet aber auch Petrus Damiani in De variis miraculosis narrationibus c. 1 (Opusculum XXXIV, Migne, PL 145, 573) und die Formulierung der Arenga conservos nostros eminentiorem gradum adepti könnte als Wortspiel auf den Beinamen des Klosters in gradibus zu interpretieren sein. Das wichtigste Argument für die Zuordnung der Urkunde zum oben genannten Kloster bildet jedoch die Tatsache, dass die Urkunde in dessen Archiv aufbewahrt wurde. Inhaltlich handelt es sich um eine pauschale Schutz und Besitzbestätigung, unter besonderer Betonung des monastischen Charakters der Einrichtung. Dieser wird mit einem Zitat des 24. Kanons des Konzils von Chalkedon perpetuiert; in der Arenga sind Überlegungen zur Primatstheorie ausgeführt. An der Echtheit besteht kein Zweifel.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 791, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-05-29_1_0_3_5_2_463_791
(Abgerufen am 29.04.2017).