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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. hat eine Traumvision der heiligen Petrus und Paulus und ernennt aufgrund von Vorwürfen wegen der Vernachlässigung seiner Abtei, die Paulus ihm darin macht, Hildebrand zum Verwalter des Klosters St. Paul vor den Mauern in Rom.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. †1309; Paul von Bernried, Vita Gregorii VII 13 (Watterich, Vitae I 478); Liber Pont. (Duchesne II 275; Přerovský, StudGrat 22/1978, 673); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 16/1994, 329); Johannes Naucler (Memorabilium II fol. 153); vgl. n. 1352. Reg.: – . Lit.: Zema, Economic Reorganization of the Roman See 141; Dressler, Petrus Damiani 111f.; Morghen, Programma della riforma gregoriana 88, 120ff.; Jasper, Papstwahldekret 35; Spinelli, Ildebrando archidiaconus 63ff.; Piva, Chiesa dei canonici 151; Stürner, Papstwahldekret 176; Stroll, Farfa 38; Mazel, Noblesse et l'Église en Provence 170; Orth, Papstgeschichte im 11. Jahrhundert 262, vgl. auch n. 772 und n. 518.

Kommentar

Die Tradition von der Vision der beiden Apostel ist unterschiedlich; wird sie im Liber Pont. Leo IX. zugeschrieben und als Ursache für die Verleihung des Paulus-Klosters an Hildebrand verstanden, so schildert Paul von Bernried sie als ein Ereignis, das Hildebrand widerfahren sei und von diesem entschiedenes Handeln zugunsten der Abtei verlangt habe. Jedenfalls steht die Vision im Zusammenhang mit der Übergabe von St. Paul vor den Mauern an Hildebrand. Laut Liber Pont. sah der Papst im Traum die beiden Apostel, Petrus erfreut darüber, dass ein würdiger Papst seine Kirche leitete, Paulus jedoch traurig über den desolaten Zustand seiner Kirche. Daher habe er Hildebrand postea ad regendum aeccl. s. Pauli apostoli tradidit. Die Ukunde Viktors II. n. †1309 weiß nichts von dem Traum, bezeichnet Hildebrand jedoch als provisor[e] monasterii s. Pauli. Wann das Ereignis stattfand, lässt sich nicht genau bestimmen, zumal Hildebrand nie als Abt des Klosters bezeichnet wird, sondern nur als dessen rector bzw. oeconomus (vgl. auch die Urkunde Alexanders II. von 1066 Juli 1 [JL 4594] [Migne, PL 146, 1313]). Zudem trat Abt Airard, der 1050 zum Bischof von Nantes befördert wurde (n. 772), nach seiner Vertreibung aus der bretonischen Bischofsstadt erneut als Abt von St. Paul auf (n. 1147). Naheliegend wäre die Einsetzung als Leiter des Klosters aber 1050, nachdem Airard nach Nantes transferiert worden war, vgl. n. 772.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 773, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-05-02_3_0_3_5_2_445_773
(Abgerufen am 26.02.2017).