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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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An einem Tag während der römischen Synode zerbricht ein unachtsamer Diener beim Anlass eines Mahles in Anwesenheit genannter Zeugen den Lieblingsbecher Leos IX., den dieser einst von Abt Herimar von St-Remi erhalten hatte (n. 408); der Papst stellt durch ein vom heiligen Remigius gewirktes Wunder das zerbrochene Gefäß wieder her.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Anselm von Reims, Hist. dedicationis 18 (Hourlier 256ff.); Vita Leonis IX (Wibert-Vita) II 13 (6) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007 202); Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 21 (De Bartholomaeis, FSI 76/1935 134); Desiderius von Montecassino, Dialogi (MG SS XXX/2 1143f.); Bruno von Segni, Libellus de simoniacis 4 (Sackur, MG Ldl II 549). Reg.: Martin, Bullaire de Lyon nn. 247, 255; JL I p. 536 nach 4213. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 103f.; Hunkler, Leo IX. 198; Brucker, L'Alsace II 219f.; Smidt, Historia Normannorum des Amatus 208f.; Tritz, Hagiographische Quellen 362f.; Garreau, Saint Léon IX 93; D'Alessandro, Letteratura di Amato 88f. (ND Ders., Storiographia 60); Brakel, Heiligenkulte 275; Vrégille, Hugues de Salins I 198f., 599; Krause, Über den Verfasser 75; Vrégille, Hugues 159f., 439; Loud, Church and Society in Norman Capua 67f.; Dahlhaus, Rota 43; Grégoire, Dialoghi di Desiderio 220; Taviani-Carozzi, Bataille francoallemande 189; Vrégille, Léon IX et Bourgogne 336; Melve, Intentional Ethics 82f.

Kommentar

Ein genaues Datum für die Geschichte gibt Anselm von Reims an: anno .. secundo (256) nach der Synode von Reims, was er später im selben Kapitel dahingehend präzisiert, dass zwei der Zeugen Teilnehmer der Synode waren, welche Leo IX. quinto decimo die post dominicam resurrectionem Romae feierte (258); es muss sich unter Beachtung der Zeugenliste der n. 771 um das Konzil von 1050 handeln. Auch der Ort der Handlung (cum Romae moraretur) ist nur bei Anselm überliefert. Anselm führt als Zeugen Bischof Hugo von Nevers, (Archi) Diakon Hugo von Reims und Halinards Kaplan Benedikt an (Hugonem ... Nivernensem episcopum, et Hugonem Remensis eccl. diac. m, et quendam clericum, Aylenardi ... Lugdunensis archiepiscopi capellanum, nomine Benedictum); die Vita Leonis nennt darüber hinaus den Besançoner Erzbischof Hugo, der nach Wiederherstellung des Kelches diesen devoto furto an sich gebracht habe. Beide Autoren führen die genannten Personen als Zeugen des Geschehens an. Desiderius und Bruno von Segni berichten, sie hätten die Geschichte von Gregor VII. gehört, der als Diakon Hildebrand lt. Bruno ebenfalls miraculo ... interfuit. Laut Amatus von Montecassino waren bei dem Vorfall auch cancelier ... Frederic und ein Bischof Robert anwesend. Allerdings ist der spätere Abt Friedrich von Montecassino zur fraglichen Zeit noch nicht päpstlicher Kanzler gewesen, und ein Bischof Robert taucht in den anderen Unterlagen über das Konzil nicht auf, weshalb mit Smidt angenommen werden kann, dass die Wundergeschichte bei Amatus vielleicht interpoliert ist, dieser ist jedenfalls schlecht unterrichtet. Zum Amt des pincerna, der nach Bruno von Segni Leo IX. bei Tisch bediente, vgl. Sydow, Verwaltungsgeschichte 37. Eine entsprechende Legende findet sich bereits als Erzählung über den hl. Benedikt in den Dialogen Gregors I. (Dialogi II 1, Opere di Gregorio magno IV [hg. von Adalbert de Vogüe, [Rom 2000] 136ff.).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 762, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-04-29_3_0_3_5_2_434_762
(Abgerufen am 24.01.2017).