Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

Sie sehen den Datensatz 423 von insgesamt 1068.

Papst Leo IX. weiht Bischof Magnus von Rennes und Abt Perenesius von Redon.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Berengar, Rescriptum I (Huygens 45f.). Reg.: – . Lit.: Roth, Petrus Damiani 123; Brucker, L'Alsace II 162; Bröcking, Französische Politik Leos IX. 42, 81ff.; Saltet, Réordinations 182ff., 188f., 408f.; Hirsch, Simonistische Weihen 49ff.; Drehmann, Simonie 28; MacDonald, Berengar 82f.; Schebler, Reordinationen 219ff.; Michel, Antisimonistische Reordinationen 41ff.; Pelster, Römische Synode 72ff.; Michel, Folgenschwere Ideen 78ff.; Dressler, Petrus Damiani 101f.; Morghen, Programma della riforma gregoriana 71f.; Gilchrist, Simoniaca Haeresis 223; Montclos, Lanfranc et Bérenger 95; Guillotel, Cens de Nantes 6; Capellino, Concilio di Vercelli nella controversia 25f.; Laqua, Traditionen 300; Laudage, Priesterbild 156f.; Capitani, L'Italia medievale 26; Cowdrey, Papacy and the Berengarian Controversy 114; Capitani, Problemi della cultura 51f.; Guillotel, Bretagne et papauté 268, 275; Minnerath, Projet réformateur 128f.

Kommentar

Berengar von Tours berichtet in der angeführten Quelle, Leo IX. habe Reordinationen durchgeführt, sei dafür von der Synode in Vercelli 1050 (vgl. n. 803) gerügt worden und habe Besserung gelobt, sei aber auf Betreiben Humberts von Silva Candida in Rom wieder in seinen alten Fehler zurückgefallen: [Leo papa] ... reordinavit episcopum Redonensem Magnum nomine ... abbatem quoque Rodonensem nomine Pirenum ... Romae gestum. Aufgrund der Aussagen Petrus Damianis in Brief 65 (Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/2 228-247, 237) wird deutlich, dass Leo IX. tatsächlich Neuweihungen vorgenommen hat. Allerdings hat er diese sicherlich nicht als Reordinationen verstanden, sondern die Gültigkeit der von Simonisten gespendeten Erstweihe nicht anerkannt (vgl. Francke, Charakteristik des Kardinals Humbert 614) (vgl. n. 803.11). Eventuell hat Berengar auch Leos IX. Maßnahme, beschuldigte Bischöfe nach ihrer Rehabilitation erneut mit einem Bischofsstab auszustatten (vgl. nn. 627.2, 761.5) als Reordinationen interpretiert. Bezüglich des Zeitpunkts der Weihen sagt Berengar nichts genaues und andere Quellen äußern sich überhaupt nicht. Berengars Darstellung kann chronologisch jedenfalls nicht stimmen, denn er behauptet, Leo IX. habe reordiniert, sei daraufhin in Vercelli gerügt worden und habe die Neuweihen bedauert, kurz darauf aber in Rom erneut die beiden genannten Prälaten reordiniert; das würde in das Jahr 1051, nach dem März fallen, da Leo IX. von Vercelli aus, wo er sich im September 1050 aufhielt (vgl. n. 803) nach Deutschland reiste (n. 812) und erst im März 1051 wieder nach Mittelitalien kam (n. 879). Die beiden Geweihten waren aber 1050 bei der römischen Synode anwesend und ein weiterer Kontakt mit Leo IX. ist nicht überliefert, so dass die Weihe abweichend von der Darstellung Berengars am ehesten 1050 einzuordnen ist. Ohne auf konkrete Nachweihen einzugehen erwähnt Bonizo solche (Bonizo von Sutri, Dekret I 3 109 [Mai 2]).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 751, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-04-00_7_0_3_5_2_423_751
(Abgerufen am 24.01.2017).