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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. reist nach Süditalien und unterwirft dort Fürsten und Städte.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hermann von Reichenau, Chr. 1050 (MG SS V 129); Ann. Augustani 1050 (MG SS III 126). Reg.: Borgia, Memorie di Benevento II 5; Di Meo, Annali VII 303; J 372; IP IX 21 n. *14; JL I p. 538. Lit.: Nicastro, Benevento sacro 249; Di Meo, Annali VII 301f.; Höfler, Deutsche Päpste II 131; Will, Restauration I 70; Steindorff, Heinrich II 130, 454; Hauck, Kirchengeschichte III 615; Gottlob, Kreuzablass 41f.; Chalandon, Domination Normande en Italie I 127; Drehmann, Simonie 81f.; Hefele/Leclercq, Hist. des Conc. IV/2 1037ff.; Guggenberger, Deutsche Päpste 59; Bloch, Klosterpolitik 233; Vehse, Benevent 93, 96f.; Kölmel, Rom 96ff., 151ff.; Burg, Rôle et place de Saint Léon 106; Garreau, Saint Léon IX 104; Deér, Papsttum und Normannen 88, 90; Petrucci, Rapporti di Leone IX 86; Petrucci, Ecclesiologia e politica 47f.; Choux, Évêque de Toul 42; Horwege, Bruno von Egisheim 106ff.; Robinson, Henry IV 39f.; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 65f., 82; Avvakumov, Entstehung des Unionsgedankens 58; Houben, Normannen und Papsttum 47f.; Taviani-Carozzi, Léon IX et les Normands 313f., 320, 323; Ziezulewicz, Déplacements 465.

Kommentar

Während die Ann. Augustani zu 1050 berichten, dass der Papst Ultraromanas partes ex parte subiecit, führt Hermann von Reichenau im Anschluss an die Schilderung der römischen Synode dieses Jahres (n. 761) aus, dass Leo IX. ultra Romam progrediens nonnullos eo locorum principes et civitates tam sibi quam imp. iureiurando subiecit. Im Verlauf dieser Reise schildert der Chronist auch die Exkommunikation Benevents (n. 739). Problematisch bleibt die zeitliche Einordnung dieser Hinweise; während andere Quellen von einer Papstreise 1050 nach Süditalien vor der römischen Synode diesen Jahres (nach dem 29. April) (n. 761) reden, lässt Hermann den Papst erst danach die Unterwerfung der Fürsten und Städte durchführen. Nun interpretiert auch Amatus von Montecassino die von ihm sicher vor der römischen Synode angesetzte Reise mit deren einzelnen Aufenthalten als eine dem Umgang mit den Städten dienende: remist à la voie pour corrigier les autres cités (Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 16 [De Bartholomaeis, FSI 76/1935 131]). Es bleibt daher die Frage, ob im Jahr 1050 eine einzige Reise nach Süditalien stattgefunden hat, welche die Quellen je nach deren Standpunkt unterschiedlich interpretierten (als Instrument der Normannenpolitik, der Unterwerfung der süditalischen Gebiete im Interesse der Reichspolitik bzw. als Pilgerreise), oder ob eine Reise vor der römischen Synode durchgeführt wurde, welche der Befriedung der Normannen ebenso diente wie der kirchlichen Organisation und außerdem Pilgerreise zum Monte Gargano war, und eine danach, in deren Verlauf die Treueeide eingefordert wurden. Trotz des hohen Quellenwertes Hermanns von Reichenau ist dabei eher von einer einzigen Reise auszugehen, zumal im anderen Fall beide den Papst hätten bis nach Benevent führen müssen. Bei den unterworfenen Gebieten handelt es sich vermutlich um lombardische und evtl. normannisch beherrschte Territorien (vgl. Deér, Papsttum und Normannen 88).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 733, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1050-03-00_2_0_3_5_2_405_733
(Abgerufen am 22.03.2017).