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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) weiht auf wunderbare Weise die (St. Katharinen) Kirche von Allensbach (Allenspach) (D. Konstanz).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gallus Öheim, Chr. (Barack 111; Brandi II 93). Reg.: J p. 371. Lit.: Maurer, Eberhard 291; Zettler, Lebendenlisten 232; Maurer, Reichenau (Die deutschen Königspfalzen III/4, 493-571) 537.

Kommentar

Gallus Öheim berichtet vorsichtig, dass während Leos IX. Aufenthalt auf der Reichenau (vgl. nn. 711, 713, 714) die von Allenspach, als man sagt, komen zu disen tagen in die Ow und battend demüttenclichen babst Leo inen ouch ire kilchen ... geruchen zu wyhen. Der babst antwurt in, kerend wider haim, ich hab sy gewihet, des zu ainem zaichen werden ir finden ainen handschuch uff den altar (vgl. auch Heinrich Murer, Duae virgines Mariae Sintlacisaugia, Frauenfeld, Kantonsbibl. Y 112 fol. 29). Es handelt sich bei dieser späten Nachricht (16. Jh.) um den Versuch, die Weihe der Kirche mit dem Papst in Berührung zu bringen, der sie offenbar nicht geweiht hatte; dies geschieht mit Hilfe einer angeblichen "Fernweihe". Dieselbe Wanderlegende vgl. auch in den nn. 1003, †1021. Die Annahme einer Fernweihe steht in Bezug zu der alttestamentarischen Bileam-Geschichte (Num 22-24). Zu Engelweihen vgl. Kühne, Ostensio Reliquiarum 314f., 848ff. Völlig auszuschließen ist die päpstliche Weihehandlung allerdings nicht.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †712, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-11-23_2_0_3_5_2_384_712
(Abgerufen am 26.05.2017).