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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) nimmt das Kloster Ottmarsheim auf Wunsch des Gründers Rudolf und entsprechend dessen Schenkung an den apostolischen Stuhl (Rudolffus vir illustris ... monasterium s. Marie in Otmershein) (D. Basel) in den Schutz der römischen Kirche, bestätigt diesem, dessen Frau Kunigunde und ihren Erben in männlicher wie weiblicher Linie den Besitz der Vogtei nach Auswahl der Äbtissin, verleiht dieser das Recht der Appellation nach Rom gegen Übergriffe des Vogts sowie die Möglichkeit freier Vogtwahl für diesen Fall, beschränkt die Einkünfte aus der Vogtei auf ein Zwölftel des Klosterbesitzes, behält sich und seinen Nachfolgern die Weihe der Äbtissinnen vor und überlässt die unentgeltliche Weihe von Altären und Nonnen dem Ortsbischof, legt eine jährlich in der Fastenzeit abzuliefernde Albe und ein Superhumerale als Rekognitionszins fest (per apostolice precepcionis paginam ... munivit ... advocaciam ... administraret ... et ... coniux ipsius Kunigundis ...; censum ... annualiter s. Petro exinde solvendum, albam scilicet et superhumeralem), bestätigt alle Besitzungen und erlässt ein Perturbationsverbot.

Überlieferung/Literatur

Erw.: DHIV. 99 (1063 Jan. 29) (Böhmer/Struve, Regesten Heinrichs IV. n. 280) (Gladiss/Gawlik, MG Dipl. VI/2 129); Urkunde Eugens III. (1153 Mai 21) (JL 9725) (Migne, PL 180, 1597). Reg.: Regesta Habsburgica I 5 n. 11; GP II/2 269 n. *1; Santifaller, Elenco 357; vgl. Pfaff, Liber Censuum 233 n. 481; JL *4196. Lit.: Grandidier, Oeuvres inédites II 58; Schulte, Habsburger Studien I 2ff.; Schulte, Geschichte der Habsburger 3ff.; Brucker, L'Alsace II 265; Fabre, Liber censuum 66; Kraus, Kunst in Elsaß-Lothringen II 497f.; Grandidier, Nouvelles oeuvres inédites III 167f.; Hirsch, Studien 480ff.; Schreiber, Kurie und Kloster I 13, 15; Stengel, Immunität 377f., 389f.; Hirsch, Klosterimmunität 16f.; Clauss, Historischtopographisches Wörterbuch 835; Waas, Leo IX. und Muri 242f.; Waas, Vogtei und Bede I 153ff.; Bloch, Klosterpolitik 198ff., 207f., 219, 221ff.; Stintzi, Elsässische Klöster 22ff.; Jordan, Päpstliche Finanzgeschichte 72 (ND 96); Pfleger, Kult Leos IX. 83f.; Santifaller, Elenco 157; Hirsch, Päpstlicher Schutz 395; Mayer, Fürsten und Staat 199f.; Barth, Kult Leos IX. 147; Stintzi, Ottmarsheim 4; Dubled, L'avouerie 24f., 27f., 31f., 39, 56, 63, 79; Barth, Handbuch elsässischer Kirchen 1049ff.; Hoffmann, Von Cluny zum Investiturstreit 194f.; Büttner, Abt Wilhelm von Hirsau 328f.; Schwineköper, Christus-Reliquien 261; Szabó-Bechstein, Libertas 99f.; Kölzer, Studien 262ff.; Rathsack, Fuldaer Fälschungen II 579; Thiele, Immunität 42ff.; Seibert, Abtserhebungen 28, 393; Munier, Léon IX 131, 182, 186f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Brackmann, PUU der Schweiz 422 (ND Ders., PUU in Deutschland 112). Der Text des Privilegs hat sich nicht erhalten, doch postuliert Hirsch, ausgehend vom Diplom Heinrichs IV. und dem Privileg Eugens III. für Ottmarsheim, durch Diktatvergleich mit den Privilegien für Woffenheim (n. 699) und Donauwörth (n. 716) eine Urkunde Leos IX. auch für Ottmarsheim, welche die Vorlage des Diploms sowie des Privilegs Eugens III. für das Kloster dargestellt hat, und deren Bestimmungen sich darin erhalten haben. Schulte, Habsburger Studien I 3 nimmt die Zerstörung beim Brand des Klosters 1272 an. Interesse verdienen neben den Aussagen zum Rekognitionszins vor allem die Bestimmungen über die Vogtei, welche auch in weiblicher Abstammung vererbbar war. Inhaltlich herrscht weitgehende Übereinstimmung mit der Urkunde für Woffenheim (n. 699). Zur chronologischen Einordnung vgl. die Darlegungen zur Weihe der Klosterkirche in Ottmarsheim (n. 702).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 703, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-11-20_2_0_3_5_2_375_703
(Abgerufen am 29.03.2017).