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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) weiht die Äbtissin Kuenza (Kunze) und die Kirche des von seinen Eltern gegründeten und von ihm geerbten Klosters Heilig Kreuz (s. Crux) (Woffenheim) (D. Basel) samt dessen Friedhof, schenkt verschiedene Reliquien und trifft Anordnungen bzgl. deren Erhaltung.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 699; Charta Mathildis (Viellard, Documents de Belfort 147 n. 97); Ann. Colmarienses maiores 1298 (MG SS XVII 225); Urkunde Johannes' XXII. (1318 Juni 13) (Mollat, Lettres communes de Jean XXII, II n. 7488; Hauviller, Analecta Argentinensia 3); Jacob Wimpfeling, Epitoma Germanicarum 26 fol. 13v. Reg.: Munier, Léon IX 276. Lit.: vgl. n. 699.

Kommentar

In seinem Privileg n. 699 für das Kloster berichtet der Papst, dass er selbst die Äbtissin Kuenza geweiht habe: Kunze, quam per nos ipsi benediximus; über das Datum dieser Weihe lassen sich keine Angaben machen, doch dürfte in Analogie zum Privileg für Donauwörth (n. 716) anzunehmen sein, dass die Weihe am Tag der Privilegierung stattfand (höchstens wenige Tage zuvor). Aus dem Reliquienverzeichnis der Ann. Colmarienses geht außerdem hervor, dass Leo IX. zusätzlich Kirche und Friedhof von Woffenheim geweiht haben muss: ... reliquias aliquas cum casula serica rufa, carmine exametro texta, in qua b. Leo cimiterium s. Crucis et eccl. consecravit ...; die Tatsache, dass der Papst selbst in seiner Urkunde diese Weihehandlungen nicht erwähnt, dürfte sich daraus erklären, dass er sich darin formal an das Hl. Kreuz, die Klosterreliquie richtet. Für die in der Literatur allgemein verbreitete Ansicht (Ausnahme Hauck), der Papst selbst habe dem Kloster die Kreuzreliquie geschenkt, gibt es keinen quellenmäßigen Nachweis; allerdings redet schon Schöpflin in einem bei Grandidier (Nouvelles oeuvres inédits III 297) wiedergegebenen Text davon, dass der Papst der Schenker der Reliquie sei; angesichts der Tatsache, dass er nicht nur die Weihe durchführte, sondern auch der Eigenkirchenherr war, ist diese Annahme durchaus plausibel. Zudem sollen nach Wimpfelings Zeugnis noch viele andere Reliquien des Klosters von Leo IX. stammen, und Calmet (Hist. de Lorraine II 151) nennt neben dem Kreuzreliquar zumindest noch einen Kelch Leos IX. Die Charta Mathildis (Ende 11./12. Jh.) berichtet weiterhin von der Anordnung Papst Leos, die Hörigen des Klosters hätten am Fest der Kreuzfindung (3. Mai) je zwei Denare Abgabe zur Instandhaltung der Reliquare zu entrichten; auch hier ist der nähere Zusammenhang mit dem Privileg unklar. Das bei dem Ort Woffenheim gegründete Kloster wurde nach der Wüstung des Dorfes zum Namengeber der Neugündung Ste-Croix-en-Plaine, die sich in der Umgebung des Klosters bildete. Bei der Äbtissin handelt es sich möglicherweise um eine Tochter des Papstvetters Gerhard, der jedenfalls eine Frau mit diesem Namen hatte, die in der Urkunde für Hesse (n. 839) Erwähnung findet (Sécretan, L'origine de Gérold 242).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 697, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-11-18_1_0_3_5_2_369_697
(Abgerufen am 19.09.2018).