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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht die Jung St. Peter-Kirche in Straßburg, überlässt dieser ein liturgisches Gewand 〈und verleiht einen Ablass〉.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urkunde Bischof Konrads von Straßburg (1289 Okt. 11) (Weigand, UB Straßburg II 119ff.); Jakob Twinger von Königshofen, Chr. 1052/53 (Hegel, Chr. der deutschen Städte IX 557f., 646, 730); Jacob Wimpfeling, Epitoma Germanicorum 26 (fol. 13v); Jacob Wimpfeling, Argentinensium ep. catal. 43; Hieronymus Gebweiler, Straßburger Chr. 16 (Stenzel 59); Chr. Schutterani monasterii II 22 (Mone, Quellensammlung zur badischen LG III 88); Bruschius, De Germaniae episcopatibus fol. 63; Daniel Specklin, Collectanées 1053 (Reuss 49); Brief des 15. Jh., Straßburg, Arch. dép., G 4702 p. 2a (Wentzcke/Hessel/Krebs, Regesten der Bischöfe von Straßburg I 273 n. 261 als G 2702 p. 2a angeführt); 16. Jh., Paris, Bibl. nat., Fonds allemand Ms. 77 p. 7 (zitiert von Brucker, L'Alsace II 75 und Pfleger, Kult Leos IX. 93); 18. Jh., Straßburg, Arch. dép., G 4711 (Statuten von Jung St. Peter). Reg.: GP III 24 n. *†1 (zu 1050); Munier, Léon IX 273; Iogna-Prat, Léon pape consécrateur 380 (Okt./Nov.). Lit.: Guillimann, De episcopis Argentinensibus 194; Spach, Saint Léon IX 20; Grandidier, Oeuvres inédites II 15, 59; Glöckler, Bistum Straßburg I 162, 164f.; Schulte, Leo IX. 87; Brucker, L'Alsace II 75ff.; Kraus, Kunst in Elsaß-Lothringen I 510; Grandidier, Nouvelles oeuvres inédites 341ff.; Martin, Saint Léon 135f.; Edmund Ludwig Stein, Geschichte des Kollegiatstifts Jung-Sankt Peter zu Straßburg i. E. von seiner Gründung bis zum Ausbruch der Reformation (Freiburg 1920) 8f., 83, 95; Bécourt, Andlau 91; Paulus, Geschichte des Ablasses I 149; Scherlen, Heiligkreuz 20; Pfleger, Kult Leos IX. 85ff., 93; Clauss, Heilige des Elsaß 86; Büttner, PUU des Elsaß 9f. (ND 234); Stintzi, Leo IX. Fahrten 73; Barth, Kult Leos IX. 200; Crozet, Consécrations pontificales 19 (Jan. 1050); Burg, L'église d'Alsace 93; Stintzi, Léon IX et l'Alsace 111; Paulin, Léon IX musicien 117; Garreau, Saint Léon IX 96; Barth, Handbuch elsässischer Kirchen 1399; Brakel, Heiligenkulte 258f.; Hirschmann, Stadtplanung 365; Jordan, Léon IX et son postérité 625, 628f.

Kommentar

Die Quellen berichten von dieser Weihe Leos IX. unterschiedlich und widersprüchlich. Bischof Konrad weiß nur von der Weihe selbst und einer damit zusammenhängenden Ablassverleihung, die Chr. von Schuttern nur von der Weihe; Jakob Twinger meldet die Weihe einmal zu 1052/53 zusammen mit einer Ablassverleihung für den Mittwoch der Karwoche und der Überlassung eines seidenen Chormantels an die Kirche durch den Papst (p. 557f.), dann (p. 730) aber auch im Anschluss an das Mainzer Konzil, das 1049 stattfand (n. 655). Dieselbe Nachricht überliefert auch Daniel Specklin, allerdings verlegt er die Mainzer Synode in das Jahr 1053. Jacob Wimpfeling dagegen setzt die Weihe im Jahr 1050 an (Epitoma 26) und berichtet zusätzlich vom päpstlichen Geschenk der seidenen Dalmatik, in welcher Leo die Weihe durchgeführt hatte, sowie (Catalogus episcoporum) einer Bestätigungsbulle des Ablasses durch Bonifaz IX.; allerdings ist diese Papsturkunde verloren. Welches liturgische Kleidungsstück tatsächlich Gegenstand der Schenkung war, lässt sich nicht genau feststellen, da Jakob Twinger und Wimpfeling einander widersprechen; aber offenbar wurde zu Wimpfelings (Catal. ep.) Zeit eine Dalmatik gezeigt: ... dalmaticam sericam (quae ... universis ostenditur) ...; dasselbe berichten auch die Pariser Handschrift sowie die Statuten der Kirche. Der Zeitpunkt dieser Weihehandlung in Straßburg könnte nach den Quellen Ende 1049, Anfang 1051 oder Ende 1052 liegen, dagegen ist die von GP gegebene Datierung 1050 vom Itinerar her unwahrscheinlich, da Leo IX. auf seiner zweiten Reise 1050/51 wohl erst 1051 ins Elsass kam (vgl. nn. †679-681); aufgrund der sicher zu datierenden n. 687 und deren Nähe zu Straßburg ist mit Barth, Handbuch, am ehesten an 1049 zu denken. Pfleger und Barth vertreten gegen Stein 8 und GP die Echtheit der Weihenotiz (bestätigt durch die Ausstellung des Papstgeschenkes), während sie mit GP und Paulus, Geschichte des Ablasses I 149 den überlieferten Ablass als Fälschung des 13. Jahrhunderts ansehen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 682, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-11-00_6_0_3_5_2_354_682
(Abgerufen am 30.03.2017).