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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) weiht einen Altar der Burgkapelle in Hagenau (D. Straßburg).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Cedula des Heinrich Spies von 1440 (zitiert bei Hanauer/Klélé, Statutenbuch der Stadt Hagenau 25); ca. 1440, Straßburg Arch. dép., G. G. 13, 2 und 5 (zitiert bei Hanauer/Klélé, Statutenbuch der Stadt Hagenau 25). Reg.: – . Lit.: Heinrich Witte, Der Heilige Forst und seine ältesten Besitzer II. Gründung der Burg und Stadt Hagenau (ZGO 52/1898, 389-424) 406; Hanauer/Klélé, Statutenbuch der Stadt Hagenau 23ff.; Charles Auguste Hanauer, La Burg imperiale de Haguenau (RevAls 56/1905, 113-131, 271-285 und 380-400) 117f.; Clauss, Historischtopographisches Wörterbuch 433; Scherlen, Egisheim. Dorf und Stadt 43f.; Scherlen, Heiligkreuz 21f.; Pfleger, Kult Leos IX. 87; Will, Reliquienaltäre 410; Stintzi, Leo IX. Fahrten 73f.; Barth, Kult Leos IX. 158; Burg, L'église d'Alsace 93; Stintzi, Léon IX et l'Alsace 110f.; Stintzi, Der große Sohn 24; Barth, Handbuch elsässischer Kirchen 480ff.; Garreau, Saint Léon IX 96; André-Marcel Burg, Haguenau et la dynastie des Hohenstaufen (Etudes Haguenovinennes NS 5/1965-1970, 29-78); Brakel, Heiligenkulte 245; Metzger, Saint Léon 3; Schwineköper, Christus-Reliquien 260; Hlawitschka, Grundlagen staufischer Stellung im Elsaß 78ff.; Munier, Léon IX 265; Daniel Ziemann, Die Staufer Ein elsässisches Adelsgeschlecht ? (Grafen, Herzöge, Könige. Der Aufstieg der frühen Staufer und das Reich [1079-1152], hg. von Hubertus Seibert/Jürgen Dendorfer [Ostfildern 2005] 99-133) 128; Sütterle, Salier und Elsass 113.

Kommentar

Die erste angeführte Quelle ist die Stiftungsurkunde für ein Messstipendium uff dem altar den der bobest Leo gewihet hat; in der zweiten, aus einem Notizbuch über die Burg stammenden, heißt es: Sant Johans Baptisten altar ... und hat bobst Leo den altar gewyhet; beide sind insofern identisch, als sie von der Altarweihe Leos IX. in der (nach landläufiger Meinung) wohl von seinem Vater Hugo IV. erbauten Burg berichten. Allerdings scheint die erste Quelle anzudeuten, dass es sich bei dem gemeinten Altar um einen Salvatoraltar handelt und nicht um den Altar Johannes' des Täufers, wie die zweite sagt. Im 12. Jahrhundert befanden sich in der Burg drei Kapellen mit den beiden genannten Altären sowie einem Heilig-Kreuz-Altar in der dritten. Hanauer/Klélé diskutieren trotz der klaren Aussage der zweiten Quelle die Frage, welche Altarweihe auf Leo IX. zurückgeht, ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. Ebensowenig lässt sich das Datum festlegen; die Weihe kann auf einer der drei Reisen des Papstes ins Elsass stattgefunden haben, aber ebenso gut auch schon in der Zeit vor dem römischen Pontifikat Leos IX. Als frühester Zeitpunkt innerhalb des römischen Pontifikates bietet sich ein Termin der Elsassreise 1049 an; auf dem Weg von Mainz (n. 655) nach Straßburg (n. 679) dürfte der Papst zum genannten Zeitpunkt die Gegend erreicht haben. Hanauer/Klélé (19ff.) legen ausgehend von der Gründungslegende dar, dass die Burg wahrscheinlich um 1030 von Graf Hugo vom Nordgau errichtet wurde, was eine Weihe durch dessen Sohn, Bischof Bruno von Toul (seit 1026), den späteren Papst Leo IX. wahrscheinlich macht. Dagegen hat Hlawitschka dargelegt, dass Hagenau keinesfalls eine Gründung der Egisheimer sein kann, sondern erst der schwäbische Herzog Friedrich II. von Staufen (1105-1147) die Burgkapelle errichtet habe, und daher Leo IX. dort keinen Altar geweiht haben könne. Allerdings argumentiert Hlawitschka breit gegen eine Altarweihe durch Leo IX. in der Pfarrkirche zu Hagenau, und geht nur in einer Fußnote darauf ein, dass auch die Burg (und die Quellen beziehen sich auf Altäre der Burgkapelle) erst im 12. Jahrhundert errichtet worden sei. Hlawitschka denkt daher offenbar an einen vom Papst geweihten und später in Hagenau aufbewahrten Tragaltar.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †669, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-10-00_4_0_3_5_2_341_669
(Abgerufen am 25.07.2017).