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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. wird von Abt Herimar des Reimser Remigiusklosters wegen der vom Papst schon früher zugesagten Weihe seiner Klosterkirche aufgesucht; er erklärt, entgegen seiner früheren Absicht, am 8. Oktober nach Reims zu kommen, plane er nun seine dortige Ankunft am 29. September und die Messfeier in (der Kathedrale) Ste-Marie in Reims an diesem Tag, die Weihe der Basilika (St-Remi) am 1. Oktober und daran anschließend die Feier einer dreitägigen Synode.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Anselm von Reims, Hist. dedicationis 8 (Hourlier 214ff.); Vita Leonis IX (Wibert-Vita) II 11 (4) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 196); Ranulf Higden, Polychr. 1049 (Lumby, SS rer. Brit. 41/7 170). Reg.: – . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 34f.; Hunkler, Leo IX. 122f.; Will, Restauration I 42ff.; Duhamel, Pape Léon IX 233ff.; Delarc, Pape alsacien 168f.; Steindorff, Heinrich II 45, 85f.; Brucker, L'Alsace I 270, 283; Bröcking, Französische Politik Leos IX. 4, 10ff.; Fliche, Réforme I 136f.; Huyghebaert, Léon IX et la lutte 420; Denomy, Round Table 144; Choux, Évêque de Toul 40; Capitani, Immunità 158; Brakel, Heiligenkulte 252f.; Vrégille, Hugues de Salins I 164; Blumenthal, Beginnings of Gregorian Reform 6; Vrégille, Hugues 134; Horwege, Bruno von Egisheim 72; Wolter, Synoden 407; Falkenstein, Altarkonsekration durch Eugen III. 301; Demouy, Genèse 21, 396; Scholz, Politik 432; Iogna-Prat, Maison de Dieu 372; Bur, Léon IX et la France 245; Iogna-Prat, Léon pape consécrateur 362; Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 422; Ziezulewicz, Déplacements 463; Schrör, Metropolitangewalt 100f.; Isaïa, Remi de Reims 718ff.; Jasper, Konzilien (MG Concilia VIII) 224.

Kommentar

Einen Besuch in Reims hatte der damalige Bischof Bruno von Toul (Leo IX.) dem Abt Herimar bereits im Oktober 1048 bei der Zusammenkunft Kaiser Heinrichs III. mit dem französischen König Heinrich I. in Ivois versprochen, als der eine zur Delegation des Kaisers, der andere zu derjenigen des Königs von Frankreich gehörte (vgl. Anselm von Reims, Hist. dedicationis 7, Hourlier 212; Steindorff, Heinrich II 43ff.). An dieses Versprechen hatte der Abt den zum Papst gewählten nochmals schriftlich erinnert (vgl. n. 408) und Leo IX. daraufhin die Weihe der Klosterkirche zugesagt. Offensichtlich versicherte sich der Reimser Abt bei dem in Köln weilenden Papst der Einhaltung dieses Versprechens und verband den Papstbesuch in Reims mit der dortigen Kirchenweihe. Hauptquelle für die Vorgänge ist die Hist. Dedicationis des Anselm von Reims; die Leo-Vita berichtet allein von der in Köln vorgetragenen Bitte Herimars um Weihe seiner Kirche, Ranulf Higden nur von der Bitte selbst, ohne eine örtliche Bestimmung. Anselm berichtet: [Herimar] abbas ..., papae Coloniam Agrippinam cum imp. advenienti, in apostolorum Petri et Pauli natalitio fit obvius, a quo adventus sui ad Remense solum ... tempus et ordinem investigat diligentius. Ille vero sibi notificans ..., ut octava die ab ipsius s. festivitate, quae in kal. Oct. habetur ... illo veniret ... Qua sententia mutata, ad eundem locum in solempnitate s. Michaelis archangeli se venturum, et in eccl. b. Mariae Remis missarum sacra ... celebraturum ... Es folgt das weitere Programm des Papstbesuches in Reims, das demnach schon im Juni ziemlich exakt ausgearbeitet war (vgl. nn. 618, 620-622). Die Veränderung in der Termingestaltung Leos IX. hängt wohl damit zusammen, dass er entgegen seiner ursprünglichen Planung die Kirchweihe und die Translation des heiligen Remigius nun an dessen Feiertag, dem 1. Oktober, durchführen wollte. Nach Bur, Léon IX et la France sind nach diesem Termin Einladungsschreiben sowohl des Papstes wie des Abtes zu den Feierlichkeiten anzunehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 574, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-06-29_2_0_3_5_2_246_574
(Abgerufen am 22.10.2017).