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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) berichtet im Rahmen einer Predigt über die Zerstörung von Klöstern (missam celebrans sermonem faceret de varia cenobiorum destructione) von einer Vision zweier Brüder, welche eine Erscheinung ihres verstorbenen Vaters gehabt hätten; dieser habe sie angesichts seines eigenen und ihres Seelenheiles inständig gebeten, einem Kloster ein entfremdetes Gut zu restituieren.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Otloh von St. Emmeram, Liber visionum Visio VII. (Schmidt, MG Quellen zur Geistesgeschichte XIII 67; MG SS XI 380f.). Reg.: – . Lit.: Joyce, Speaking of Spiritual Matters 79, 83, 86f.

Kommentar

Die entsprechende Predigt des Papstes lässt sich weder zeitlich genauer eingrenzen noch exakter lokalisieren. Sie fand statt bei einer Deutschlandreise des Papstes und vermutlich entweder im Zusammenhang mit einer Klosterweihe oder einer Synode. Der Vater soll in der Vision die Söhne durch eine heiße Lanze überzeugt haben (zur Bedeutung von Visionen und Träumen vgl. Wittmer-Butsch, Bedeutung von Schlaf und Traum 243ff., 341ff. und passim). Der Papst hat die Geschichte nach Otlohs Ausführungen von den Söhnen – inzwischen Mönchen – persönlich gehört, Otloh aber persönlich aus dem Mund des Papstes (zum Inhalt vgl. auch Lebbe, Shadow Realm between Life and Death 70ff.). Eine intensive Predigttätigkeit des Papstes in Deutschland setzen mehrere spätere Quellen pauschal voraus.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 563, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-05-00_4_0_3_5_2_235_563
(Abgerufen am 23.04.2017).