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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. bestätigt das Stift (St-Julien de) Brioude (Brivatensis) (D. Clermont), verleiht die Exemtion, die freie Wahl des Abtes sowie das Recht, zu Weihen beliebige Bischöfe heranzuziehen und beschränkt die Zahl seiner Kleriker auf 80.

Überlieferung/Literatur

Reg.: Chaix de Lavarène, Bullaire de l'Auvergne (Mém. de l'académie Clermont-Ferrand 17/1875) 83; Mon. pont. Arverniae 33. Lit.: Gall. chr. II 469; J. Lachenal, Une église historique d'Auvergne ou l'église de Brioude (Le Puy 1879) XXX; Pierre Cubizolles, Le noble chapitre Saint-Julien de Brioude (Brioude [1978]) 108, 213, 216f.; Lauranson-Rosaz, Le Velay 45.

Kommentar

Von der Urkunde ließ sich weder eine handschriftliche Überlieferung noch ein Druck finden (vgl. Wiederhold, PUU in Frankreich VI 5 [ND II 603]). Die Urkunde Leos IX. aus dem Jahr 1049 für das Kanonikerstift Brioude, aus dem der Klostergründer Robert von Chaise-Dieu hervorgegangen war (vgl. nn. 224, 955), soll lt. Gallia chr. die Anzahl der Kanoniker auf 80 beschränkt haben (ad octoginta redacti fuerint a s. Leone huius nominis nono, bulla data anno 1049). Aus der Gall. chr. ging die Erwähnung auch als n. 16 in Chaix de Lavarènes Bull. de l'Auvergne ein (vgl. auch Lachenal, Une église historique d'Auvergne ou l'Église de Brioude p. XXX; Cubizolles 108, 213, 216f.; Laurason-Rosaz, Le Velay 45). Die Hinweise in der Gallia chr., bei Chaix de Lavarène und Cubizolles scheinen allesamt auf einer nach 1720 von Nicolas de Bragelongue und Antoine de Combres de Bressoles de Laurie verfassten und im Pfarrarchiv Brioude aufbewahrten "Histoire manuscrite" (Cubizolles) zu basieren. Allerdings hat diese Hs. 91 die Angabe von quatuor viginti (aus franz. quattrevingt) statt der octoginta der Gall. chr. für die Anzahl der Kanoniker (Cubizolles 213). In der handschriftlichen Historia ist die Urkunde Leos IX. paraphrasiert, die neben der Zahl der Kleriker die Exemtion des Kapitels und der einzelnen Kanoniker erklären soll, die freie Wahl des Propstes und die freie Auswahl des Bischofs für sämtliche Weihen. Während die letzten Bestimmungen (Wahl des Propstes, Weihen durch beliebige Bischöfe) den Urkunden Leos IX. entsprechen, sind die Zahl der Kanoniker und die Form der Exemtion befremdlich. Die Behauptung der Gallia chr., Calixt II. hätte 1119 und Honorius III. 1223 diese Urkunde Leos IX. bestätigt, lässt sich nicht verifizieren; weder bei Calixt II. (1119 Juni 1) (JL 6697) (Migne, PL 163, 1099) noch bei Honorius III. (1224 März 9) (Potthast –; Pressutti, Regesta Honorii III II 223 n. 4848) findet sich ein Hinweis auf die Urkunde Leos IX. oder die Begrenzung der Zahl der Pfründen. Eine Ausstellung ist erst nach Mitte Februar anzunehmen, doch scheinen die Dokumente des Stiftes zum großen Teil Fälschungen zu sein, weshalb auch die Urkunde Leos IX., insbesondere aufgrund der Überlieferungssituation, mit Vorsicht zu beurteilen ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 523, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-02-00_9_0_3_5_2_195_523
(Abgerufen am 21.01.2017).