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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. wird in Rom von Gegnern seines Papsttums heftig angegriffen und bekämpft.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Vita Leonis IX I 3; II 1 (Poncelet 277, 288f.); Libuin, De obitu Leonis IX 1 (Watterich, Vitae I 171); De obitu Leonis papae IX. 1 (Migne, PL 143, 505-510) 505; Historia mortis s. Leonis 1 (Migne, PL 143, 525-542, 525); Vita Leonis IX (Borgia II 315). Reg.: – . Lit.: Messina, Benedetto 122f.; Boesch-Gajano, Tradizione vallombrosane 170; Luccicchenti, Benedetto IX 48f.; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 65ff.

Kommentar

Nur die sog. Poncelet-Vita berichtet ausführlich von den militärischen Konflikten, denen Leo IX. sich zu Beginn seines Pontifikats in Rom gegenüber sah (nn. 524, 540.10), vgl. aber n. 519. An der ersten genannten Stelle sind in der Quelle die Personen genannt, welche den päpstlichen Widerpart ausmachten, nämlich allesamt Anhänger Benedikts IX.: esset Romam nimis perpessa ab ... comitibus ... Erant ... ille simoniacus Theophilactus et germanis (!) eius Gregorius et Petrus ... et in Tuscie partibus duo germani Girandus et Saxonem comitibus Tusciarum (!!) et ipsi cotidie ab alia parte predones et latrunculos mittebant damnificandum Romam ... et alii duo filii Oddoni Crescentius et Iohannes et cum urbe Tyburtina unanimiter multa mala inferebant Rome. Die meisten dieser Personen sind aus den schismatischen Konflikten der Jahre 1044-1046 bekannt als Verwandte bzw. Anhänger Benedikts IX. (nn. 250, 263, 266) (bei Girardus und Saxo macht die Quelle vermutlich aus Girardus de Saxo zwei Personen), der – worauf diese Nachricht schließen lässt – sich auch noch nach dem Pontifikat Damasus' II. (vgl. n. 399) als Papst betrachtet hat (n. †400). Diese Personen um die Tuskulaner Grafen (cum urbe Tyburtina) non cessabant persequere Romam ... cotidie ab alia parte predones et latrunculos mittebant damnificandum Romam. An der zweiten genannten Stelle spricht die Quelle von der Treulosigkeit und Widersetzlichkeit der Römer (Romanorum perfidias eum murmurantes ... prelia et bellum incipientes, infidelitas causa in eum gerentes perfidia [!]). Auch die Borgia-Vita weiß von zahlreichen Kirchenbesitzungen, die a confinalibus tirannis ... crudeliter invasa ac possessa [sunt]. Versteht man diese Aussagen wörtlich, so stehen sie im Gegensatz zu anderen Quellenbehauptungen, die ein exzellentes Verhältnis des Papstes zu den Römern belegen; wenn jedoch die "Römer" an dieser Stelle als die vor 1046 in Rom und der Umgebung der Stadt herrschende Adelsclique verstanden wird, die Leo IX. einen Kriegszug aufzwang, so rundet diese Stelle das Bild ab. Von der konkreten Situation in Rom abgesehen machen auch weitere Quellen deutlich, dass Leo IX. gegen verschiedene feindliche Gruppen zu bestehen hatte. So macht die Vita Leonis IX (Wibert-Vita) II 17 (8) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 212) im Zusammenhang mit den Ereignissen von Ende 1052 (nn. 988, 1014, 1022) deutlich, wie das Wirken des Papstes bei Heinrich III. erschwert wurde factione quorundam curialium, qui felicibus s. viri invidebantur actibus, sunt Augusti aures obturate... oder an anderer Stelle (II 15 [7], Watterich, Vitae I 158; Parisse/Goullet 96; Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 206) im Zusammenhang mit dem Konflikt gegen Erzbischof Hunfried von Ravenna (nn. 803.7, 867) cui nonulli favebant palatini, gloriae invidentes d. Apostolici.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 521, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-02-00_8_0_3_5_2_193_521
(Abgerufen am 24.05.2017).