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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht Hildebrand zum Subdiakon der römischen Kirche.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Desiderius von Montecassino, Dialogi III 1 (MG SS XXX/2 1143); Bonizo von Sutri, Liber ad amicum (Dümmler, MG Ldl I 588); Beno, Gesta II 9 (Francke, MG Ldl II 379); Paul von Bernried, Vita Gregorii VII 13, 15 (Watterich, Vitae I 478f.); Boso, Vitae Rom. pont. 155 (Duchesne, Liber Pont. 355); Chr. breve fratris ordinis Teutonicorum (MG SS XXIV 152); Nicolaus Roselli, Vita Leonis IX papae (Muratori, SS rer. Ital. III/1 277); Thomas Ebendorfer, Chr. reg. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 18/2, 2003, 746); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 16/1994, 329); Platina, Liber de vita Christi (Gaida, SS. rer. Ital. III/1, 1932, 184); Johannes Trithemius (Ann. Hirsaugienses, Mabillon I 187). Reg.: . Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 14, 122, 184; Hunkler, Leo IX. 107; Will, Restauration I 33f., II 110f.; Steindorff, Heinrich I 260, II 75; Brucker, L'Alsace I 202f. II 347f.; Paul Scheffer-Boichorst, War Gregor VII. Mönch? (DZG 11/1894, 227-241) 228ff.; Hauck, Kirchengeschichte III 599f.; Guggenberger, Deutsche Päpste 45, 58; Kölmel, Rom 128f.; Santifaller, Elenco 161f.; Picotti, Parentela ebraica 8; Borino, Quando e dove 224, 230, 254; Zema, Economic Reorganization of the Roman See 141; Jordan, Päpstliche Verwaltung 139; Sydow, Verwaltungsgeschichte 27; Haider, Anfänge der päpstlichen Kapelle 58; Morghen, Programma della riforma gregoriana 66, 91, 104; Krause, Papstwahldekret 49; Stacpoole, Hildebrand 262; Garreau, Saint Léon IX 63f.; Goez, Papa qui et episcopus 38; Goez, Gestalten des Hochmittelalters 110; Jasper, Papstwahldekret 40f. mit n. 150, 43f.; Spinelli, Ildebrando archidiaconus 63ff.; Stürner, Papstwahldekret 169ff.; Maccarrone, Fondamenti Petrini 89ff.; Picasso, Gregorio VI e la disciplina canonica 152f.; Schieffer, Mauern, Kirchen und Türme 135; Cowdrey, Gregory VII 28, 31f.; Goez, Lebensbilder 158f.; Berschin, Biographie und Epochenstil IV/2 452; Blumenthal, Gregor VII. 67f., 71ff.; Munier, Léon IX 115f., 162f.; Schieffer, War Gregor VII. Mönch ? 355f.; Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 408, 420f.; Parisse, L'entourage 441f.; Cantarella, Il sole 329f.; Paravicini Bagliani, Potere del papa 220.

Kommentar

Die Funktionen, welche Hildebrand, der spätere Gregor VII., in der römischen Kirche zu Zeiten Leos IX. ausübte, sind in den Quellen nicht eindeutig dargestellt; diese sind teilweise sogar in sich widersprüchlich (vgl. auch n. 412). Sicher ist, dass Leo IX. den mit Gregor VI. 1046/1047 nach Deutschland ins Exil geführten Kleriker (n. 373) wieder mit nach Rom brachte (Urkunde Gregors VII. von 1080 Mai 7 [Register VII 14a, Caspar, MG Epistolae selectae II 479]; vgl. n. 514). Gut verbürgt ist auch die Tatsache, dass Leo IX. den jungen Kleriker zum Subdiakon geweiht hat. So erklärt Paul von Bernried: subdiac. ab eodem papa (Leone) ordinatus (478) und an späterer Stelle führt er aus, dass s. Leo IX papa ... dilatavit in eo mansionem Christi per impositionem ordinis levitici (479); was Desiderius von Montecassino (ab eo educatus et subdiac. ordinatus), Bonizo von Sutri und Boso ebenfalls bestätigen. Wann diese Weihe zum Subdiakon stattfand, lässt sich dagegen nicht genau bestimmen; in den Quellen ist kein Datum überliefert. Anzunehmen ist, dass die Handlung zu Beginn von Leos IX. Pontifikat stattfand, doch ist die Datierung zu Ostern 1049 (Guggenberger) nicht begründet, allerdings dürfte die Weihe durchgeführt worden sein, bevor Hildebrand an der Kurie bestimmend auftrat (vgl. n. 543). Aus dieser Weihe zum Subdiakon machen Platina, Johannes Trithemius (Ann. Hirsaugienses, Mabillon I 187) die Weihe zum Diakon, was das Chr. breve fratris ord. Teutonicorum wiederum zum Archidiakon abändert. Diese Erhebung Hildebrands durch Leo IX. zum Archidiakon der römischen Kirche ist aber auch schon bei Paul von Bernried vermerkt, der c. 15 (Watterich, Vitae I 479) schreibt: s. Leo IX papa ... [eum] Romanae eccl. archidiac. instituit. Bei dem Archidiakonat handelt es sich allerdings um eine Würde, welche nicht Leo IX., sondern erst ein späterer Papst an Hildebrand übertrug (vgl. nn. 1352, †1386). So ist die Behauptung von der Erhebung des späteren Papstes zum Archidiakon durch Leo IX. ein anachronistischer Vorgriff. Dass Hildebrand (1049) von Leo IX. zum Kardinal erhoben wurde, wie Thomas Ebendorfer, Chr. reg. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 18/2, 2003, 746) behauptet, ist ebenfalls eher unwahrscheinlich, führt er diesen Titel urkundlich doch erst im Pontifikat Viktors II. Zutreffend ist dagegen möglicherweise die Aussage Benos, Leo IX. habe Hildebrand zum Custos des Petersaltars gemacht, doch hat die damit evtl. konkurrierende Information, der Papst habe ihn als Verwalter von St. Paul vor den Mauern eingesetzt, erheblich höheren Quellenwert (vgl. n. 773). Von der Verleihung eines weiteren Amtes berichten Bonizo, Boso und Nicolaus Roselli, denen zu Folge Hildebrand das Amt eines Ökonoms (economum) der römischen Kirche ausübte, was als Verwalter der Finanzen anzusprechen sein wird. Auch diese Information konkurriert aber mit der besser überlieferten Funktion Hildebrands als Verwalter und Ökonom von St. Paul vor den Mauern. Sicher bezeugt ist deshalb allein die Erhebung Hildebrands zum Subdiakon sowie seine spätere Einsetzung in St. Paul vor den Mauern (vgl. n. 773).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 518, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-02-00_5_0_3_5_2_190_518
(Abgerufen am 26.09.2017).