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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) erhält von (Graf) Berard von Penne (Bernardus de Pinne) das von diesem gegründete Kloster S. Maria di Picciano (Monasterium in Pinne loco nomine Pizano ... ad honorem ... b. Mariae) (Casanova) (D. Penne) kommendiert und bestätigt den ihm präsentierten Abt Tedmar (abbatem Thedemarium) sowie den Jahreszins von einem Denar an die römische Kurie (vgl. n. 903).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urkunde des Grafen Berard von 1049 Sept. (ind. II) (Clementi, S. Maria di Picciano 247). Reg.: . Lit.: Clementi, S. Maria di Picciano 84ff., 97, 149ff.

Kommentar

Als Terminus ad quem für die Ausstellung ist der 24. September 1049 anzusehen, da zu diesem Zeitpunkt der Indiktionswechsel anzusetzen ist. Allerdings ist die Echtheit des Stückes nicht über jeden Zweifel erhaben. Einerseits muss nämlich aufgrund dieser Datierung der Privaturkunde die päpstliche Bestätigung der Gründung, des Abtes und des Jahreszinses (ut ... semper consistat monasterium ipsum nulli mortalium et nulli episcopo vel alicui monasterio subdidimus, sed d. papae Leoni, qui eo tempore Romanam gubernat eccl., monasterium a nobis constructum obtulimus; et ... abbatem Thedemarium sibi praesentavimus, ut tam ipse ... quam omnes successores sui ... canonica electione ordinati ... Romani pontificis concessione eandem abbatiam teneant et censum in unoquoque anno eccl. b. Petri de Roma denarium unum persolvant) erheblich früher angesetzt werden, als die päpstliche Urkunde n. 903 ausgestellt ist, andererseit sind in jener weder der in der Privaturkunde betonte Aspekt der kanonischen Wahl, der Zensus, noch der Kommendator Berard erwähnt, was doch überrascht. Möglicherweise erfolgte bereits 1049 eine formlose allgemeine päpstliche Bestätigung der Gründung, was der Gründer in seiner Urkunde um die Exemtionsbehauptung und den diese bestätigenden Zins erweiterte und präzisierte. In dieselbe Richtung würde die in der gräflichen Gründungsurkunde enthaltene päpstliche Verdammung der Klosterschädiger deuten. Möglicherweise ist aber sowohl diese gräfliche Gründungsurkunde wie die päpstliche Bestätigung eine spätere Fälschung aus der Zeit nach dem Investiturstreit (worauf der Terminus canonica electione hindeutet) und gegen die Besitzansprüche des Klosters Casauria (vgl. n. 905) gerichtet, das durch die Neugründung von Casanova stark beeinträchtigt wurde.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 517, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-02-00_4_0_3_5_2_189_517
(Abgerufen am 12.12.2017).