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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. weiht den Mönch Humbert von Moyenmoutier zum Erzbischof von Sizilien.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lanfrank, Liber de Corpore 2 (Giles II 149); Richer von Senones, Gesta II 18 (MG SS XXV 280); Johannes von Bayon, Hist. Mediani monasterii II 53 (Belhomme 246); Johannes Trithemius, Ann. Hirsaugienses 1049 (Mabillon I 187). Reg.: IP X 186 n. *73. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 108; Delarc, Pape alsacien 244; Steindorff, Heinrich II 129f.; Halfmann, Cardinal Humbert 3f.; Brucker, L'Alsace I 231, II 111; Hauck, Kirchengeschichte III 608f.; Guggenberger, Deutsche Päpste 55f.; Michel, Humbert und Kerullarios I 77; Klewitz, Wiederherstellung der römischen Kirche 130 (ND 170); Santifaller, Elenco 167; Michel, Sentenzen des Kardinals Humbert 65; Michel, Folgenschwere Ideen 66, 70f.; Michel, Frühwerke des Kardinals Humbert 235; Michel, Schisma und Kaiserhof 388; Michel, Akten Gerhards von Toul 26; Morghen, Programma della riforma gregoriana 83, 141; Gilchrist, Cardinal Humbert 32; Krause, Über den Verfasser 50, 81; Hüls, Kardinäle 131; Petrucci, Ecclesiologia e Politica 34; D'Alessandro, Storiographia 27f.; Goez, Gestalten des Hochmittelalters 118; Cowdrey, Age of Abbot Desiderius 109; Horwege, Bruno von Egisheim 106, 142; Gemmiti, Ideologia nello scisma 53; Houben, Organizzazione ecclesiastica 20; Tellenbach, Bedeutung des Reformpapsttums 1014; Erkens, Trier 128f.; Hettinger, Beziehungen des Papsttums zu Afrika 116, 120; Freund, Literarische Wirksamkeit 11; Dischner, Humbert 11; Goez, Lebensbilder 165; Bayer, Spaltung der Christenheit 54f., 57; Munier, Léon IX 112; Gemeinhardt, Filioque-Kontroverse 326, 401; Cowdrey, Lanfranc 41; Hoffmann, Grande incompréhension 96; Minnerath, Projet réformateur 121; Tinnefeld, Ereignisse von 1054 8; Houben, Normannen und Papsttum 47; Parisse, L'entourage 438f.; Schieffer, Papsttum als Autorität 56; Becker, Graf Roger I. 131, 160; Büttner, Leon von Ohrid 15; D'Agostino, Primato 140f.

Kommentar

Lanfrank widerspricht an genannter Stelle dem Hinweis Berengars, Humbert sei Burgunder gewesen (so allerdings auch Bonizo von Sutri, Liber ad amicum V [Dümmler, MG Ldl I 588]: ex Lugdunensi Gallia); nicht aus Burgund sed de Lotharingia habe Leo IX. ihn nach Rom gebracht und ad predicandum Siculis verbum Dei archiepiscopum ordinavit, woraus Richer archiepiscum Sicilie formuliert. Die Weihe muss in den ersten Monaten des Jahres 1050 oder gar noch 1049 stattgefunden haben, denn am 2. Mai 1050 unterschreibt er als Huncbertus Siciliensis archiepiscopus die Kanonisationsbulle für Gerhard von Toul n. 771. Entsprechend der Annahme von Michel, Folgenschwere Ideen 66 und Tritz, dass Humbert schon zu Beginn der Amtszeit Leos IX. nach Rom gezogen wurde, ist die Weihe eher schon für 1049 anzunehmen, zumal 1050 bereits die Erhebung Humberts zum Kardinalbischof erfolgte (n. 774). Wie das Amt als Erzbischof für das weitgehend von Sarazenen besetzte, jedenfalls dem römischen Papst fernstehende Sizilien gestaltet war, bleibt unklar. Da die Weihe, wie nach der Titulatur zu schließen ist, nicht auf einen bestimmten Bischofssitz, sondern für ein Territorium erfolgte, sollte Humbert möglicherweise als "Missionsbischof" amtieren. Wenn man den Ausführung des Patriarchen Michael Kerullarios von Konstantinopel in seinem Brief an Patriarch Petros von Antiochien 5 (Will, Acta et Scripta 172-184, 175) glauben darf, dann führte Humbert noch 1054 als Legat in Konstantinopel den Titel eines Erzbischofs von Sizilien (ὁ δὲ ὄνομα μόνον ἔχει ἀρχειπσκόπου).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 515, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-02-00_2_0_3_5_2_187_515
(Abgerufen am 20.10.2017).