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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Der zum Papst (Leo IX.) erwählte Bischof Bruno von Toul trifft in Besançon auf Abt (Hugo) von Cluny (D. Mâcon), der ihm mit Hildebrand entgegenreitet; auf dessen, Hildebrands, Vorhaltungen, der Papst könne nicht vom Kaiser eingesetzt werden (vgl. nn. 401, 402), legt der Elekt die Zeichen der päpstlichen Macht ab, resigniert und reist in Begleitung Hildebrands als Pilger nach Rom.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gregor VII., VII 14a Exkommunikationssentenz über Heinrich IV. (1080 März 7) (JL I p. 634) (Register VII 14a, Caspar, MG Epistolae selectae II 479-487, 483); Bruno von Segni, Libellus de simoniacis 2 (Sackur,

MG Ldl II 547); Bonizo, Liber ad amicum V (Dümmler, MG Ldl I 587); Ann. Admuntenses 1047 (MG SS IX 575); Otto von Freising, Chr. (Hofmeister, MG SS rer. Germ. 45/1912, 300f.); Boso, Vitae Rom. pont. 155 (Duchesne II 355); Gottfried von Viterbo, Pantheon (MG SS XXII 248); Anon. Zwettlensis, Hist. Rom. pont. (Migne, PL 213, 1031); Catal. pont. Rom. Viterbiensis (MG SS XXII 349); Chr. universalis Mettensis 1051 (MG SS XXIV 512); Paulinus Minorita, Speculum (Muratori, Ant. IV 963); Anon. Leobiensis, Chr. (Pez, SS rer. Austr. I 768, 770); Johann von Viktring, Liber Hist. (Schneider MG SS rer. Germ. 36/1 55, 71, 115); Nicolaus Roselli, Vita Leonis IX papae (Muratori, SS rer. Ital. III/1 277); Flavius Blondus, Historiarum decadis II 3 (Basel 1559) 193; Thomas Ebendorfer, Chr. reg. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 18/2003, 376, 746); Chr. belgicum (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. III 122); Platina, Liber de vita Christi (Gaida, SS. rer. Ital. III/ 1, 1932, 183); Johannes Długosz, Ann. seu Chr. Poloniae III 1054 (Dąbrowski II 67f.). Reg.: J p. 367; Kohnle, Abt Hugo 289 n. 8; JL I p. 529. Lit.: Calmet, Hist. de Lorraine2II 162; Höfler, Deutsche Päpste II 7f.; Hunkler, Leo IX. 70ff.; Will, Restauration I 24ff.; Baxmann, Politik der Päpste II 216f.; Steindorff, Heinrich II 70, 474ff., 481f.; Martens, Besetzung des päpstlichen Stuhls 28ff., 33; L'Huillier, Vie de Saint Hugues 42, 44f.; Brucker, L'Alsace I 191ff.; Sackur, Cluniacenser II 302f.; Hauck, Kirchengeschichte III 597f.; Gigalski, Bruno von Segni 177ff.; Tangl, Gregor VII. jüdischer Herkunft ? 170; Pflugk-Harttung, Papstwahlen I 294, II 31; Drehmann, Simonie 30, 63ff.; Guggenberger, Deutsche Päpste 44; Schmid, Kanonische Wahl 81; Bloch, Klosterpolitik 184; Kölmel, Rom 87f.; Tellenbach, Libertas 122f.; Borino, Quando e dove 225, 230f., 238ff., 244f., 251ff.; Borino, Invitus 39; Brezzi, Roma e l'impero 224f.; Mikoletzky, Vorgeschichte 258; Borino, Note Gregoriane 443f.; Morghen, Programma della riforma gregoriana 65ff., 104; Hoffmann, Von Cluny zum Investiturstreit 189f.; Stacpoole, Hildebrand 255, 257ff.; Wollasch, Mönchtum 165, 169; Capellino, Concilio di Vercelli nella controversia 15; Vrégille, Hugues de Salins I 155f.; Gussone, Thron und Inthronisation des Papstes 223; Vrégille, Hugues 128f.; Horwege, Bruno von Egisheim 58; D' Amico, Leone IX e il Meridione 11f.; Glaser, De monte abscisus 168f.; Kohnle, Abt Hugo 27f.; Wollasch, Licht der Welt 145; Berger, Gastfreundschaft 244f.; Goullet, Vie de Léon IX 196; Haarländer, Vitae episcoporum 294f., 452; Blumenthal, Gregor VII. 64ff.; Hausmann, Romainmôtier dans l'Eglise 128; Minnerath, Projet réformateur 119f.; Munier, Léon IX 110f.; Parisse, Léon, pape européen 85f.; Demouy, Genèse 396; Blumenthal, Gregor VII. und die christliche Hierarchie 32f.; Chazan, Léon IX dans l'historiographie 607f.; Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 405, 407f., 418ff.; Parisse, L'entourage 441, 448; Racine, Léon IX et l'épiscopat italien 293; Vrégille, Léon IX et Bourgogne 338; D'Agostino, Primato 114.

Kommentar

Bonizo als älteste Quelle mit einem ausführlichen Bericht über das Zusammentreffen (dem auch Boso und Nicolaus Roselli folgen) lässt den erwählten Papst über Besançon nach Rom ziehen, wohin ihm der Abt (Odilo) von Cluny und in dessen Begleitung Hildebrand entgegengezogen sei. Auf deren – von Hildebrand ausgehende – Ermahnungen hin habe Bruno von Toul erkannt, dass seine Erhebung zum Papst durch den Kaiser nicht den kanonischen Vorschriften entspreche, und deshalb resigniert und sei als Pilger nach Rom gezogen. Die hier berichtete Resignation (vgl. nn. 420, †421) wie auch die Reise nach Rom als Pilger (vgl. nn. 409, 419) kommt ebenso in anderen Quellen zum Ausdruck, ohne dass diese dabei Hildebrand ins Spiel bringen. Otto von Freising verlegt das Treffen nach Cluny. Das in diesen Quellen behauptete Zusammentreffen mit dem Abt von Cluny in den ersten Tagen des Januar (zu dieser Zeit hätte der Papst in Besançon sein müssen, wenn er am 27. Dezember von Toul abreiste, vgl. n. 409, und vor dem 12. Februar in Rom ankam, vgl. nn. 419, 420) ist jedoch ausgeschlossen, da Abt Odilo eben am 1. Januar verstorben war und sein Nachfolger Hugo um diese Zeit in Deutschland weilte; jedenfalls kann dieser in den ersten Tagen des Januar 1049 noch nicht Abt gewesen sein; möglicherweise wird jedoch Hugo post eventum als Abt bezeichnet (vgl. Wollasch, Oberste). Doch abgesehen davon sind auch die anderen Quellen, nach welchen (der in den Quellen meist als Mönch bezeichnete, vgl. Schieffer, War Gregor VII. Mönch? passim) Hildebrand (bisweilen als Prior von Cluny, das Amt welches Hugo innehatte !) allein mit Bruno von Toul in Besançon oder Cluny zusammentraf und diesen zur Resignation veranlasste, nicht glaubwürdiger, da lt. Bruno von Segni das Zusammentreffen Brunos von Toul mit Hildebrand und dessen Einwirken auf die Handlungsweise des Erwählten bereits in Worms erfolgte (vgl. nn. 401, 402). Gregor VII. gedenkt in der Exkommunikationssentenz seiner Rückkehr nach Rom im Gefolge Leos IX. – Von Burgund aus nahm die Reisegesellschaft den Weg über den Großen St. Bernhard. Das teilt keine mittelalterliche Quelle mit, doch ergibt sich diese Passüberquerung aus dem Reiseverlauf, und dementsprechend informiert auch Aegidius Tschudi, Chr. Helveticum 1049 (Stadler/Stettler I 66) (vgl. Oehlmann, Alpenpässe III 252; Horwege, Bruno von Egisheim 58; Munier, Léon IX 110). Aegidius Tschudi berichtet im Anschluss an die Erhebung zum Papst in Worms (nn. 401, 402) über den Reiseverlauf des erwählten Papstes: er zoch in der vasten über den hochen sant Bernharts berg mons Iovis oder Poeninus genant gen Rom. Vermutlich ist der Hinweis Bernhardin Buchingers, Ursprung, Stifftung 203 und Ders., Epitome fastorum 236 (auch: Viellard, Documents de Belfort 112f. n. 61), der Papst sei von seinem Verwandten, dem Grafen Friedrich von Pfirt, über den St. Bernhard nach Rom begleitet worden, auf diese Reise zu beziehen, da Leo IX. später bei der Reise von Norden nach Süden immer die Brenner-Route benutzte; zu Buchinger vgl. Rebetez, Bâle 532f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. (†)412, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-01-03_1_0_3_5_2_84_412
(Abgerufen am 29.03.2017).