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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Der zum Papst (Leo IX.) erwählte Bischof Bruno von Toul gelangt im Verlauf seiner Reise nach Rom mit seiner Begleitung an den Fluss Taro (Teronem fluvium), dessen Überquerung durch Hochwasser verhindert wird, so dass der Papst dort sieben Tage Rast einlegen muss; am siebten Tag nimmt der Papst die Weihe einer Kirche zu Ehren des hl. Johannes vor, in deren Verlauf das Hochwasser auf wunderbare Weise abklingt, so dass die Überquerung ermöglicht wird.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Vita Leonis IX (Wibert-Vita) II 5 (2) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 182). Reg.: J p. 367; JL I p. 529. Lit.: Höfler, Deutsche Päpste II 9; Will, Restauration I 25f.; Baxmann, Politik der Päpste II 217; Delarc, Pape alsacien 142f.; Steindorff, Heinrich II 70; May, Kritik mittelalterlicher Geschichtsquellen 22; Brucker, L'Alsace I 197; Stieve, Vita s. Leonis 17; Manitius, Lateinische Literatur II 384; Borino, Quando e dove 251; Günter, Psychologie der Legende 198; Méras, Saint Léon 89; Brakel, Heiligenkulte 249; Goullet, Vie de Léon IX 197f.; Munier, Léon IX 110, 268.

Kommentar

Die Papstvita legt für die Reise des Elekten (nach der Übersteigung des Großen St. Bernhard, vgl. n. 412) offenbar die Via regia als Reiseroute zugrunde, welche von Piacenza aus über Modena nach Cesena führte (vgl. n. 413). Dabei war zwischen Piacenza und Modena der Taro zu überqueren. Die Erzählung von der Kirchweihe wird vor allem verwendet, um die Kraft der Fürbitte des erwählten Papstes herauszustellen; dieser flehte nach längerem Aufenthalt um himmlischen Beistand, weihte dann die Johannes-Kirche und noch bevor die Weihe vollzogen war, ließ das Hochwasser nach. Um welche Kirche es sich handelt, lässt sich nicht bestimmen; die Kirche lag nicht direkt am Fluss, nur in dessen Nähe. Eine Brücke war an der Stelle offenbar nicht vorhanden. May versteht den Flussnamen abweichend von der sonstigen Forschung als Bezeichnung eines Nebenflusses des Tiber in der Nähe von Rom: Teverone, wobei die Identifizierung mit dem Taro die höhere Wahrscheinlichkeit für sich hat.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 416, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-01-00_4_0_3_5_2_88_416
(Abgerufen am 17.01.2017).