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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) wird über Auseinandersetzungen Abt Gerwins von St-Riquier mit dessen Diözesanbischof (Fulco II. von Amiens) wegen des vom Abt eigenmächtig ausgeübten Predigt und Beichtrechtes informiert und lädt den Abt zur näheren Befragung nach Rom (vgl. nn. 749, 771).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hariulf, Chr. Centulense IV 27 (Lot 251). Reg.: . Lit.: Corblet, Hagiographie du diocèse d'Amiens II 529f.; Hénocque, Hist. de St-Riquier I 348ff.; Zimmermann, Kalendarium benedictinum I 277f.; Morelle, Statut d'un grand monastère franc: Corbie 219.

Kommentar

Hariulf berichtet in der Chronik im Anschluss an die Darstellung der Probleme, welche der Bischof dem Abt wegen dessen Predigt und Beichtpraxis machte, entsprechende Gerüchte seien schließlich papae Romani auribus ... hominis Dei [Gervini] gesta insonarent. Quique cum bonitatis eius ignarus voces detrahentium diiudicare nequiret, dedit suae auctoritatis praecepto mandatum, ut homo ... ad sedem apostolicam vocaretur, suae praesumptionis ... rationem papae daturus. Der vom Autor als heilig verehrte Abt hatte demnach wegen böswilliger Verleumdungen durch den Bischof die Vorladung erhalten. An anderer Stelle behauptet Hariulf, Bischof Fulco sei beim Reimser Konzil wegen der Intervention Abt Gerwins bei Leo IX. verschont worden (vgl. n. 627.9). Der Papst müsste demnach seit Oktober 1049 den Abt, dessen Anwesenheit bei der Reimser Synode verbürgt ist, gekannt haben, die Denuntiation und Ladung nach Rom muss vermutlich nach diesem Datum angesetzt werden (vgl. n. 622), doch ist zumindest der Bericht Hariulfs über die Reimser Synode verdächtig, so dass dieser für diese Datierung kein Kriterium darstellen kann.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 507, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_85_0_3_5_2_179_507
(Abgerufen am 21.10.2017).