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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst (Leo IX.) verlangt auf Veranlassung Erzbischof Adalberts von Hamburg (-Bremen) in einem Brief an König Sven (Estridsen) von Dänemark die Beendigung von dessen inzestuöser Ehe.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Adam von Bremen, Gesta III 12 (Schmeidler, MG SS rer. Germ. 2/1917³ 152f.); Ann. Lundenses 1052 (Jørgensen, Ann. Danici 60); Heinrich Wolter, Chr. Bremensis (Meibom, SS rer. Germ. II 39); vgl. Johann Renner, Chr. von Bremen (Klink 90). Reg.: Regesta dipl. hist. Daniae I 26 n. 126. Lit.: Baronius, Ann. eccl. XI 163; Höfler, Deutsche Päpste II 101f.; Maurer, Bekehrung II 653; Dehio, Erzbistum Hamburg-Bremen I 191ff.; Steindorff, Heinrich II 204ff.; Schmeidler, Hamburg-Bremen 303ff.; Johnson, Adalbert of Hamburg-Bremen 157f.; Glaeske, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen 78f.; Seegrün, Skandinavien 68; Lammers, Geschichte Schleswig-Holsteins IV/1 206; Reinecke, Archiepiscopatus Hammaburgensis 32; Corbet, Burchard de Worms 261; Corbet, In multis 346f.

Kommentar

Die Nachricht Adams lautet, König Suein ... consanguineam de Suedia duxit uxorem. Daher habe Erzbischof Adalbert ihn mehrfach ermahnt, die inzestuöse Bindung zu beenden, was den König nur zu Drohungen gegen Hamburg, aber nicht zur Erfüllung der kanonischen Vorschriften veranlasste. Doch sei der Erzbischof standhaft geblieben und der König seinen Wünschen schließlich nachgekommen: flexus Danorum tyrannus per litteras papae libellum repudii dedit consobrinae. Der Bericht der Annalen von Lund entspricht dem inhaltlich. Der Name der Gattin war vermutlich Gunhild, doch lassen sich weitere sichere Angaben über die Beziehung nicht machen (vgl. Schmeidler). Die Frage der zeitlichen Einordnung reißt Adam überhaupt nicht an, doch dürfte der Vorfall vermutlich vor dem 1052 durchgeführten Versöhnungsfest zwischen König und Erzbischof zu datieren sein (Lübke, Regesten der Slaven n. 712a [IV 265]); als Päpste kämen dann aufgrund der Regierungszeit Svens 1047-1076 Clemens II. und Leo IX. in Betracht, wobei die Problematik zwischen Erzbischof und König kaum schon in den ersten Monaten nach dessen Amtsübernahme, d. h. im Pontifikat Clemens' II. akut geworden sein wird, obwohl der späte Heinrich Wolter (15. Jh.) das berichtet (vgl. n. 377). Daher ist mit allen modernen Autoren Leo IX. als Verfasser des Briefes nach Dänemark anzusehen, von dem sich allerdings ansonsten keine Spur erhalten hat.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 491, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_69_0_3_5_2_163_491
(Abgerufen am 17.01.2017).