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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) providiert Erzbischof Stephan I. von Gnesen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Johannes Długosz, Ann. seu Chr. Poloniae II 1038 (Dąbrowski I 326); Johannes Długosz, Catal. archiep. Gnesensium 346. Reg.: . Lit.: Sulowski, Église polonaise 42.

Kommentar

Johannes Długosz führt in seiner Polengeschichte nach dem Tod des Gnesener Erzbischofs Bosutha aus: cui Stephanus primus per provisionem Leonis octavi ... sucessit; dem entspricht die Schilderung im Bischofskatalog. Die Korrektheit dieser Angaben schließt sich von vornherein aus, da Leo VIII. 965 starb, bevor es ein Erzbistum Gnesen gab. Aufgrund der Jahresangabe wäre demnach in Benedictus IX. zu emendieren (vgl. n. †205), doch ist auch eine Verwechslung mit Leo IX. denkbar. Stephan I. ist jedoch zum Zeitpunkt der Plünderung Gnesens durch den Böhmerherzog Bretislaus im Jahr 1038 polnischer Metropolit (vgl. n. 215), der Name Leos in der Quelle daher zu verwerfen. Diese Überlegungen sind allerdings ohne Aussagekraft, da Johannes Długosz an dieser Stelle wie andernwärts (vgl. nn. †27, †39, †75, †146, †188, †198, †205, †235, †236, †351, †478, †1195) die Zustände seiner eigenen spätmittelalterlichen Zeit zurückprojeziert. Nach einem anderen Bischofskatalog (W. K. B. Bolz, Nieznany Katalog archybiskupow Gnieznienskich, Archiwa, Biblioteki i Muzea Koscielne 11/1965, 271-285, 280) dauerte die Amtszeit Stephans I. von 1030-1052. Eine Provision auf den Stuhl von Gnesen durch den Papst ist für beide Pontifikate unzeitgemäß und deshalb auszuschließen (vgl. auch Koczerska, Długosz devant ses sources 93ff.).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †484, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_62_0_3_5_2_156_484
(Abgerufen am 27.03.2017).