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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) bedroht auf Bitte des Klostergründers Robert (II.) von Béthune alle Schädiger des Stiftes St-Barthélemy in Béthune (D. Arras).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gründungsnotitia (André Duchesne, Histoire genealogique de la maison de Bethune [Paris 1639] preuves 1-4, 2). Reg.: – . Lit.: Auguste Longnon, Pouillés de la Province de Reims I (Paris 1908) 239f.; Bernard Delmaire, Le diocèse d'Arras de 1093 au milieu du XIVe siècle. Recherches sur la vie religieuse dans le nord de la France au Moyen Âge I (Arras 1994) 199.

Kommentar

Die Quelle berichtet von der Gründung des Stiftes durch Robert (I.) von Béthune zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Einige Jahre später habe dessen Sohn, Robert II. (1033-1067) dort sechs Kanonikerstellen eingerichtet. Robert sei auch mit seinem Sohn nach Rom gegangen und habe per d. papam Leonem ... omnes anathematizare fecit, qui res huius eccl. occuparent vel familiam suae ditioni subderent, vel ecclesiasticis aliquo modo detrimentum inferrent. Die Person des Papstes wird durch den Hinweis auf die Translation des hl. Remigius (vgl. nn. 618-621) eindeutig identifiziert. Der päpstlichen Entscheidung soll auch eine Synode zugestimmt haben: cum toto concilio tunc temporis Romae habito. Delmaire nimmt an, der Autor der Quelle habe möglicherweise eine römische Synode mit derjenigen von Reims 1049 (nn. 622, 623, 626, 627) verwechselt und Robert II. den Papst demnach eventuell in Reims aufgesucht, was aufgrund der geographischen Nähe naheliegend wäre, doch nennt die Quelle zweimal den Ort Rom. Angesichts des expliziten Hinweises auf die Translation des hl. Remigius in Reims ist ein Irrtum aber unwahrscheinlich. Daher ist die in der Quelle zum Ausdruck gebrachte Reise Roberts II. nach Rom und der Zusammenhang mit einer dortigen Synode des Papstes anzunehmen. Um welche römische Synode es sich dabei genau handelt, ist nicht zu entscheiden, weshalb die Dauer des gesamten Pontifikates Leos IX. als möglicher Zeitraum anzunehmen ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 475, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_53_0_3_5_2_147_475
(Abgerufen am 17.01.2017).