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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) wird von der mit ihm verwandten Ida von Elsdorf aufgesucht, nachdem deren Sohn und einziger Erbe Ekbert von Markgraf Udo getötet worden war, und rät ihr, dem Möder zu vergeben und ihn sogar als Erben einzusetzen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Albert von Stade, Ann. 1112 (MG SS XVI 319); Chr. monasterii Rosenfeldensis seu Hassefeldensis 1060 (Bremen 1741; ND Harsefeld 2002) 123f. Reg.: Raumer, Regesta Hist. Brandenburgensis 99 n. 530. Lit.: Helmuth Rogge, Verbrechen des Mordes (Berlin 1918) 80ff.; Richard Hucke, Die Grafen von Stade (Stade 1956) 64, 67, 69f., 207; Hans Martin Decker-Hauff, Der Öhringer Stiftungsbrief II (Württembergisch Franken 42/1958, 3-34) 27; Hans Dobbertin, Das Verwandtschaftsverhältnis der "schwäbischen" Edlen Ida von Elsdorf zu Ludolf IV. von Braunschweig († 1037) und Papst Leo IX. († 1054) (Braunschweiger Jb 43/1962, 44-76); Helmut Maurer, Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen Mittelalter. Königtum, Adel und Klöster als politisch wirksame Kräfte (Freiburg 1965) 129f., 137f.; Hermann Jakobs, Der Adel in der Klosterreform von St. Blasien (Kölner Historische Abhandlungen 16) (Köln – Graz 1968) 185f., 205ff.; Hans Dobbertin, Neues über Ida von Elsdorf (Braunschweiger Jb 53/1972, 49-66); Hans Dobbertin, Ekbert von Elsdorf war ein Bamberger (Braunschweiger Jb 61/1980, 143-150); Maurer, Eberhard 291; Legl, Grafen von Dagsburg-Egisheim 141ff.; Tania Brüsch, Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert (Husum 2000) 30ff. Albert von Stade (zu ihm Markus Wesche, Studien zu Albert von Stade [Frankfurt 1988]) führt zum Jahr 1112 bei der Erklärung des Streites um die hereditas Ide aus, die aus Schwaben stammende Ida sei die Tochter eines Bruders Kaiser Heinrichs III. und einer Schwester Papst Leos IX. gewesen. Diese Ida habe einen Sohn namens Ekbert gehabt, der Graf (in Dithmarschen) war. Dieser sei von Markgraf Udo von Stade getötet worden, ebenfalls mit Ida verwandt. Da Ida nun keinen Erben mehr gehabt habe, Romam profecta est ad avunculum suum papam Leonem, der ihr riet, dem Mörder zu vergeben und Udo zu ihrem Erben zu machen. Die genealogischen Zusammenhänge der im Dunstkreis Kuno von Öhningens angesiedelten Ida können nicht so sein, wie die Quelle sie darstellt, insbesondere die Verwandtschaft zu Kaiser und Papst kann allenfalls über Stiefgeschwister gehen. Ob ein Besuch der Dame in Rom historisch ist, lässt sich nicht schlüssig erweisen. Insgesamt ist die Darstellung der Quelle ungenau.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. †472, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_50_0_3_5_2_144_472
(Abgerufen am 24.06.2017).