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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo (IX.) ordnet an, dass Zerstörer von Klöstern oder geweihten Orten den Schaden neunfach zu begleichen hätten, jenen an den Ummauerungen dreifach, und zusätzlich mit den kanonischen Strafen für Sakrileg zu belegen seien.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Charta de controversia inter monachos Cluniacenses et ep. Eduensem (um 1150) (Bernard/Bruel, Recueil de Cluny V 507 n. 4146). Reg.: – . Lit.: Oberste, Leo IX. und das Reformmönchtum 425.

Kommentar

Der Hinweis auf die Sentenz Papst Leos ist der Urkunde inseriert, welche von einem gerichtlichen Verfahren zwischen dem Bischof von Autun und den Mönchen von Cluny berichtet. Vor diesem Prozess war es offenbar zu gewaltsamen Übergriffen auf den umstrittenen Friedhof de Melleto gekommen. Bezüglich der Schäden an dem Friedhof, der dort Getöteten bzw. Verwundeten wurde in dem Verfahren Wiedergutmachung entsprechend der Anweisung des Papstes Leo angeordnet; diese ist in verkürzter kanonistischer Formulierung eingefügt: Leo papa. Si qui monasteria et loca dicata et eccl. infringunt, et deposita vel alia quilibet exinde abstrahunt, dampnum novies componant, et emunitatem tripliciter, et velut sacrilegi canonice sententie subiugentur. Da die Urkunde frühestens im zweiten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts abgefasst sein kann, ist Leo IX. der nächste zeitlich mögliche Papst. Dieser hatte sich mehrfach mit der Plünderung bzw. unbeabsichtigten Niederbrennung von Kirchen (vgl. n. 642) auseinanderzusetzen und kann demnach eine entsprechende Verordnung, evtl. bei einer Synode, durchaus erlassen haben, doch kommen auch frühere Päpste des Namens in Betracht.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 424, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_2_0_3_5_2_96_424
(Abgerufen am 26.03.2017).