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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Leo IX. wird über das Vergehen zweier Zauberinnen, welche in der Nähe von Rom Menschen in Tiere verwandeln, informiert und hört deren Geständnis; die Zweifel des Papstes an der Geschichte werden von Petrus Damiani zerstreut.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Wilhelm von Malmesbury, Gesta reg. Angl. II 171 (Mynors/Thomson/Winterbottom I 292); Roger von Wendover, Flores Hist. (MG SS XXVIII 27); Matthäus Paris, Chr. maiora (Luard, SS rer. Brit. 57/1, 518); Helinand von Froidmont, Chr. 1051 (Migne, PL 212, 945); Flores Hist. 1049 (Luard, SS rer. Brit. 95/1, 567); Chr. belgicum (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. III 117). Reg.: . Lit.: Oldoni, Gerberto e la sua storia II 577, 621; vgl. Günter, Psychologie der Legende 124; Kieckhefer, Magie im Mittelalter 40ff., 46.

Kommentar

Die Quellen überliefern übereinstimmend die märchenhafte, an die homerische Geschichte der Circe wie an die Metamorphosen des Apuleius (Franziska Küenzlen, Verwandlungen eines Esels. Apuleius' "Metamorphoses" im frühen 16. Jahrhundert [Heidelberg 2005]) erinnernde Erzählung von den in strata publica, qua Romam itur wirkenden duae aniculae (Matthäus Paris), welche Wanderer bei sich übernachten ließen, diese dann in Tiere verwandelten und verkauften. Ein von diesen verwünschter Esel habe durch ein längeres Bad in einem Fluss seine menschliche Gestalt wiedererlangt und seinem Herrn von der Geschichte berichtet, der sie wiederum detulit ... ad papam Leonem, welcher durch den Zusammenhang eindeutig als Leo IX. identifiziert ist. Et mulieres convictae papae suum confitentur delictum. Trotzdem müssen dem Papst Zweifel an der Darstellung geblieben sein, welche Petrus Damiani unter Hinweis auf die Erzählung von Simon Magus zerstreut habe, der den Faustinus in seiner eigenen Gestalt dessen Söhnen habe erscheinen lassen (vgl. die Pseudoklementinen II Rekognitionen in Rufins Übersetzung, hg. von Bernhard Rehm [Berlin 1965] Liber X 56, p. 361; vgl. Werner Heintze, Der Klemensroman und seine griechischen Quellen [Leipzig 1914] 26). Nur der Umstand, dass der Papst zweifelt und durch den Eremitenprior überzeugt werden muss, gibt der vorwiegend in englischen Quellen überlieferten Märchengeschichte einen gewissen Realitätsbezug.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 438, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_16_0_3_5_2_110_438
(Abgerufen am 27.03.2017).