Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

Sie sehen den Datensatz 106 von insgesamt 1068.

Papst Leo IX. komponiert Responsorien für die heiligen Gregor (I.), Hidulf, Cyriacus, Columban, Odilia, Deodat und Hippolyt sowie ein Gloria in excelsis und einen Weihnachtshymnus.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Vita Leonis IX (Wibert-Vita) I 15 (13) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 140); Sigebert von Gembloux, Chr. 1048 (MG SS VI 359); Johannes Wigorniensis, Chr. 1071 (Darlington/McGurk, Chronicle II 548); Simeon von Durham, Hist. regum 1049 (Arnold, SS rer. Brit. 75/2, 164); Annalista Saxo 1048 (MG SS XXXVII 390); Heimo von Bamberg, De cursu temp. (Weikmann, MG Quellen zur Geistesgeschichte 19) 465; Wolfger von Prüfening, De scriptoribus eccl. 85 (Migne, PL 213, 973; Swietek, Wolfger 147); Ann. Egmundani 1054 (MG SS XVI 447; Oppermann als Fontes Egmundenses 131); Anon. Zwettlensis, Hist. Rom. pont. (Migne, PL 213, 1031); Lambertus parvus (von Lüttich), Ann. (MG SS XVI 646); Chr. regia Coloniensis 1052 (Waitz, MG SS rer. Germ. 18/1880, 37); Radulf von Diceto, Abbrev. Chr. 1048 (Stubbs, SS rer. Brit. 68/1, 188); Roger von Howden, Chr. 1049 (Stubbs, SS rer. Brit. 51/1, 94); Ann. Waverleienses 1048 (Luard, SS rer. Brit. 36/2, 182); Chr. ep. Leodiensium (Bacha 116); Vinzenz von Beauvais, Speculum hist. XXV 27 (Douai 1624, 1011); Richer von Senones, Gesta II 18 (MG SS XXV 280); Albert Milioli, Liber de temp. (MG SS XXXI 427); Chr. de Mailros 1049 (Hay/Pringle 49); Chr. Hulmensis (Ellis, SS rer. Brit. 13, 26); Sozomenus von Pistoia, Hist. (Tartini, SS rer. Ital. I 13); Ricobald von Ferrara, Hist. Imp. (Muratori, SS rer. Ital. IX 121); Ricobald von Ferrara, Compendium Rom. hist. (Hankey, FSI 108/1984, 714); Jacobus de Voragine, Chr. (MG SS XXIV 170); Tholemäus von Lucca, Hist. eccl. XVIII 33 (MG SS XXXIX 427); Helinand von Froidmont, Chr. 1048 (Migne, PL 212, 941); Johannes von Bayon, Hist. Mediani monasterii II 50 (Belhomme 244); Walter von Coventry, Memoriale 1049 (Stubbs, SS rer. Brit. 58/1, 62); Dietrich Engelshus, Chr. (Leibniz, SS rer. Brunswic. II 1087); Hermann Corner, Chr. novella (Eckhart, Corp. Hist. II 586); Edmund Dynter, Chr. ducum Lotharingiae III 4 (De Ram I/2 532); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 16/1994, 329); Chr. belgicum (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. III 122). Reg.: –, vgl. Catalogue de l'exposition Léon IX (1054) 14 n. 33. Lit.: Hunkler, Leo IX. 50f.; Anselm Schubiger, Die Sängerschule St. Gallens vom 8. bis 12. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Gesangsgeschichte des Mittelalters (Einsiedeln – New York 1858; ND Hildesheim 1966) 90, 94; Grandidier, Oeuvres inédites II 53f.; Brucker, L'Alsace I 55f., 118ff., 232, II 442; Martin, Hist. de Toul I 202; Martin, Saint Léon 75f.; Vogeleis, S. Leo 23ff.; Dreves/Blume, Hymnendichtung I 149f.; Pfleger, Kult Leos IX. 82; Michel, Anfänge des Kardinals Humbert 316f.; Barth, Die heilige Kaiserin Richardis 50f.; Barth, Kult Leos IX. 212; Paulin, Leo IX. Dichter und Musiker passim; Michel, Frühwerke des Kardinals Humbert 235, 254f., 258; Tritz, Hagiographische Quellen 273f.; Paulin, Léon IX musicien 115ff.; Erwin Assmann, Ein rhytmisches Gedicht auf den heiligen Alexius (FS Adolf Hofmeister zum 70. Geburtstag, hg. von Ursula Scheil [Halle 1955] 31-38); Josef Szövérffy, Die Annalen der lateinischen Hymnendichtung. Ein Handbuch I (Berlin 1964) 380f.; Garreau, Saint Léon IX 30ff., 182ff.; Forstner, Mittellateinisches Alexisgedicht 52; Hoesch, Kanonistische Quellen 24f.; Brakel, Heiligenkulte 246f.; Krause, Über den Verfasser 58f.; Dischner, Humbert 18f.; Munier, Léon IX 82, 266; Page, Christian West 388f., 422ff., 483.

Kommentar

Die Komponistentätigkeit Leos IX. wird auch bezeugt durch nn. 493, 646, 683, 686, 689, 846, 1119 und Amelli, Leo IX e il suo ultimo carme 5ff., Edition 10ff. Die in diesen Regesten angeführten vom Papst komponierten Gesänge sind jeweils bestimmten Amtshandlungen und Daten zuzuweisen, was für die oben genannten nicht zutrifft. Denkbar und sogar wahrscheinlich ist, dass Leo IX. einige seiner Kompositionen vor der Papstwahl geschaffen hat, was insbesondere für jene auf die hl. Hippolyt und Hidulf zutrifft (die aber möglicherweise auch mit der Translation der Reliquien von dessen Bruder Wolfgang in Regensburg in Zusammenhang stehen). N. 493 muss aber als Beweis dafür angesehen werden, dass die Komposition auf den hl. Gregor I. (Guido Maria Dreves, Analecta Hymnica 5/1889, 184ff.; vgl. Guido Maria Dreves, Analecta Hymnica 50/ 1907, 302ff.; Dreves/Blume, Hymnendichtung I 152; Page, Christian West 389) erst in Italien, d. h. in der Zeit des Pontifikats entstanden ist. Die Zuweisung dieses Gesanges an Leo IX. ist vielfältig bezeugt (Vita Leonis, Wolfger, Anon. Zwettlensis, Chr. regia Coloniensis, Dietrich Engelshus und die angeführten englischen Quellen). Nur vereinzelt sind dagegen die Kompositionen über Erzbischof Hidulf von Trier (Wibert-Vita) und Hippolyt (Dietrich Engelshus) überliefert. Die liturgischen Gesänge auf Columban und Deodat werden dem Papst nur von Richer zugeordnet. Der Weihnachtshymnus In Vigilia Nativitatis Domini wird von den Herausgebern dem Papst zugewiesen (Dreves, Lateinische Hymnendichter [Analecta Hymnica 50/1907] 304; Dreves/Blume, Hymnendichtung I 151). Bei einem Marienhymnus, der handschriftlich ebenfalls als Werk des Papstes gekennzeichnet ist, sind die Herausgeber aufgrund des eher dem 12. Jahrhundert zugehörenden Charakters skeptisch (De Beata Maria Virgine Cantio: Dreves/Blume, Hymnendichtung II 284). Der Anon. von Zwettl führt darüber hinaus die Vertonung der Geschichte des hl. Nikolaus und drei weitere liturgische Kompositionen als Werke Leos IX. an: fecit etiam cantus plures dulcis melodiae; historiam b. Nicolai, et b. Gregorii, et solemne illud: Gloria in excelsis, et responsorium: Justum deduxit, et Rex visite quos Domine. Um welche Kompositionen es sich dabei im einzelnen handelt (das Gloria ad libitum aus einer Einsiedler Handschrift bei Schubiger, Sängerschule n. 59) und ob diese noch erhalten sind, lässt sich nicht bestimmen; die kompositorische Tätigkeit des Papstes ist jedenfalls über diese einzelnen Werke hinaus in weiteren Quellen breit bezeugt, so dass das Epitaph Leos IX. mit seiner Charakterisierung als Musicus insignis quilismate limate circis (Dümmler, Gedichte aus dem elften Jahrhundert 176; Vogeleis, S. Leo 25f.) oder Wolfgers in musica subtilissimus sicherlich zutrifft. Die Autorschaft des Papstes für das von Assmann edierte Alexiusgedicht, in einer Admonter Handschrift Leo IX. zugewiesen, wird von Forstner angezweifelt. Richer und Johannes von Bayon behaupten in ihren Chroniken, der Papst habe die Musik zu den liturgischen Texten gemacht, diese selbst aber stammten von Humbert von Moyenmoutier. Als Dichter wurden Leo IX. auch liturgische Dichtungen, etwa die Passio ss. apostolorum Petri et Pauli, gewidmet (Ernst Dümmler, Aus Handschriften [NA 5/ 1880, 621-636] 630f.).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 434, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1049-00-00_12_0_3_5_2_106_434
(Abgerufen am 24.01.2017).